New York als Lichtblick

Ebersbach/New York.  Kreisrat Tobias Bollinger aus Ebersbach war bei der UNO in New York, um sich einmal mehr für eine atomwaffenfreie Welt einzusetzen. Viele Gespräche, Demos und Mahnwachen standen auf dem Programm.

"Es war ein kleiner Lichtblick für die Abrüstung", sagt Tobias Bollinger nach seiner Rückkehr aus den Staaten. Der Kreisrat und Stadtrat aus Ebersbach (Grüne) hat die Abrüstungskonferenz in New York begleitet und sich erneut für eine Welt ohne Atomwaffen eingesetzt. Im Gepäck hatte der 25-Jährige ein Banner vom Vize-Weltmeister im Graffiti- Sprühen, Simon Jung, sowie ein Ortsschild für den Kreis Göppingen. Landrat Edgar Wolff hatte Bollinger vor dessen Mission in die USA verabschiedet. Gespräche mit Politikern und Diplomaten, Demonstrationen, Mahnwachen, eine Jugendrede vor dem Plenum und vieles mehr standen in der Metropole New York auf dem Programm.

Durch US-Präsident Barack Obama sei das Thema Abrüstung wieder auf die Top-Agenda gerückt, sagt Bollinger. Für ihn, den Dienststellenleiter des Sozialen Friedensdienstes in Göppingen, sei es aber schon seit Jahren ein Top-Thema. Bollinger setzt sich schon lange vehement für die Abrüstung von Atomwaffen ein - global und lokal. Er war bei UN-Verhandlungen in New York, Wien oder Genf dabei und beteiligte sich an Protesten vor Atomwaffenstützpunkten in Belgien, Deutschland und Schottland. Die Pacemakers-Regio-Radtour soll vor Ort einen Beitrag zur Abrüstung leisten - die Aktion, die am 17. Juli stattfindet, organisiert der Kommunalpolitiker zum dritten Mal mit.

In New York warb Tobias Bollinger erneut - zusammen mit mehr als 300 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus der ganzen Welt - bei den Verhandlungen zum Atomwaffensperrvertrag für ein generelles Verbot. "Wir hatten viele Lobbygespräche mit Diplomaten und Politikern, in denen wir unsere Anliegen direkt vorbringen konnten. Auch ein ausführliches Gespräch mit dem Unterausschuss für Abrüstung und Rüstungskontrolle fand in den ersten Tagen statt", berichtet der 25-Jährige in einer Pressemitteilung. Auf dem Programm standen zudem Aktionen vor der UNO, viele Treffen und Workshops und eine Begegnung mit Überlebenden der Atombombenabwürfe. Schon vor dem offiziellen Konferenzbeginn warb Ban Ki Moon, Generalsekretär der UN, auf der internationalen Friedenskonferenz in der Riverside Church für seinen 5-Punkte-Plan zur Abrüstung. "Es war eine sehr motivierende Rede. Auch die Geschichte dieser Kirche, in der schon Martin Luther King und Nelson Mandela sprachen, war sehr beeindruckend", erzählt der Roßwälder.

Auch wenn sich Tobias Bollinger von der Konferenz mehr erwartet hatte, ist er froh, "dass es überhaupt ein Ergebnis gibt. Allerdings bleibt es an vielen Stellen sehr vage, und am bedauerlichsten ist, dass es wieder keinen Zeitplan gibt. Es ist ein Minimalkonsens, der wenig bis gar keine konkreten Schritte enthält", lautet das Fazit des Göppinger Kreisrats. Positiv sei jedoch, dass mittlerweile sehr viele Staaten Verhandlungen für eine Atomwaffenkonvention unterstützten. Positiv sei aus seiner Sicht auch, dass sich in dem Dokument alle Länder zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts verpflichten.


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Autor: SUSANN SCHÖNFELDER | 05.06.2010

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