Nahwärmenetz weiter im Blick

Ebersbach.  Eine Nahwärmeversorgung in der Ebersbacher Innenstadt mit regenerativer Energie bleibt im Blickfeld der Stadträte. Jetzt wird ein Konzept erarbeitet.

Der Ausschuss für Technik und Umwelt hat jetzt eine Contracting-Ausschreibung für den Betrieb einer Heizzentrale mit Nahwärmenetz im Bereich des Bahnhofsvorplatzes in Auftrag gegeben. Damit könnten nicht nur die Gebäude auf dem Kauffmann-Areal einschließlich der Musikschule mit aus Holzhackschnitzeln erzeugter Wärme beliefert werden. Die Stadt will außerdem die Marktschule und eventuell auch die Turn- und Festhalle an das umweltfreundliche Nahwärmenetz anschließen. "Wir sind einen Schritt weiter", erklärt Bürgermeister Sepp Vogler.

Bislang herrschte große Skepsis im Gemeinderat, ob sich die Kommune die in einer ersten Untersuchung errechneten Mehrkosten von 37 000 Euro jährlich für ein Nahwärmenetz leisten kann und will. "Jetzt sieht es so aus, als ob das für die Stadt null auf null aufgehen würde", erklärt Vogler nach einer erneuten Berechnung des beauftragten Unternehmens, das selbst auch als Betreiber einer Anlage in den Startlöchern stehen würde.

Die Innax Energie & Umwelt AG hat einen Wärmepreis von rund acht Cent pro Kilowattstunde errechnet, allerdings unter der Prämisse, dass alle Nutzer im Kauffmann-Areal an das Nahwärmenetz anschließen. Jedoch hätten bislang lediglich die Betreiber des Einkaufsmarktes und des Pflegeheims Interesse bekundet, ohne jedoch konkrete Zusagen gemacht zu haben, teilt Vogler mit. Die geplanten kleineren Fachmärkte auf dem Areal benötigten einen großen Teil der Energie nicht zum Heizen, sondern zum Kühlen und hätten eigene Heiz- und Kühlsysteme. Eine Entscheidung über einen Anschluss könne jedoch erst fallen, wenn ein konkreter Preis feststehe. Letztendlich hänge dieser aber von der Zahl der Nutzer ab. Auch Anwohner der Innenstadt könnten sich die umweltfreundliche Wärme ins Haus liefern lassen.

Die Innax AG soll nun ein Konzept für eine Nahwärmeversorgung erarbeiten. Ergibt die Ausschreibung kein vertretbares Ergebnis, soll sie wieder aufgehoben werden.


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Autor: KARIN TUTAS | 13.03.2010

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