Nach Sensationssieg auf Wolke sieben
Albershausen. An Arbeiten war gestern nicht zu denken: Bei Jochen Bidlingmaier standen die Gratulanten Schlange, das Telefon klingelte nonstop. Der künftige Albershäuser Bürgermeister kann sein Traumergebnis kaum fassen.
Auch am Tag eins nach der Bürgermeisterwahl in Albershausen hat Jochen Bidlingmaier nicht so recht realisiert, welches Husarenstück ihm am Sonntag gelungen ist: Auf Anhieb hatte sich der 28-Jährige gegen vier Mitbewerber durchgesetzt - und das mit einem Traumergebnis: "83 Prozent sind der Wahnsinn", spricht der überglückliche Sieger aus, was viele denken. "Ich hatte gehofft, dass es im ersten Wahlgang reicht, aber so richtig habe ich daran nicht geglaubt bei fünf Kandidaten", sagte Bidlingmaier gestern nach einer kurzen Nacht.
Eine Wahlparty hatte der künftige Rathauschef nicht organisiert, diese Aufgabe hatte Noch-Bürgermeister Hermann Hering übernommen. Nach dem Sektumtrunk gings zum "Gaststätten-Hopping", berichtet Bidlingmaier, wo er unzählige Hände geschüttelt und mit vielen Menschen geredet habe. Trotz des wenigen Schlafs sei er gestern morgen "gestärkt" in den Tag gestartet - kein Wunder bei diesem Ergebnis.
An Arbeiten war gestern jedoch kaum zu denken: Das Telefon stand nicht still, die Gratulanten gaben sich die Klinke in die Hand. "Die Kollegen haben mich sehr herzlich empfangen. Die Freude ist groß", erzählt der Diplom-Verwaltungswirt und persönliche Referent von Landrat Edgar Wolff. Der Chef der Göppinger Kreisbehörde stimmte in den Jubel ein: "Ich freue mich sehr für ihn. Er wird ein richtig guter Bürgermeister", ist Wolff überzeugt. Gefragt nach Bidlingmaiers Stärken, muss der Landrat nicht lange überlegen: "Er ist sehr erfahren, kompetent und zielstrebig." Und nicht zuletzt habe ihm sicher auch die persönliche Ausstrahlung mit zu diesem Ergebnis verholfen, "mit dem in dieser Höhe sicher nicht zu rechnen war", so Wolff. Den Wahlsieg seines persönlichen Referenten sieht der Landrat jedoch mit einem lachenden und weinendem Auge: "Ich bedauere seinen Weggang sehr, ich hätte mir eine längere Zusammenarbeit als sieben Monate gewünscht." Wolff gibt dem künftigen Rathauschef zwei Tipps mit auf den Weg: "Es ist wichtig, Bodenhaftung zu bewahren und die Anliegen der Bürger im Auge zu behalten."
Jochen Bidlingmaier wird aller Voraussicht nach am 21. April sein Büro im Albershäuser Rathaus beziehen, der amtierende Schultes Hermann Hering (er geht in den Ruhestand) hat am 20. April seinen letzten Arbeitstag. Bidlingmaier will einen "reibungslosen Übergang" schaffen und nimmt das Angebot Herings, sich einmal in Ruhe zusammenzusetzen, gerne an. "Ich werde auch noch ein paar Tage alten Urlaub abbauen, um mich ein bisschen einzuarbeiten, die Mitarbeiter im Rathaus kennen zu lernen und die Gemeinderatssitzungen zu besuchen", gibt der 28-Jährige einen Ausblick auf die kommenden Wochen. "Mir ist es wichtig, auf den aktuellen Stand zu kommen und zu gucken, wie die Gemeinderäte ticken."
Und noch ein Projekt will der frisch gebackene Bürgermeister so schnell wie möglich anpacken: "Ich will bald ein richtiger Albershäuser werden", sagt Bidlingmaier. Das heißt, er streckt seine Fühler nach einem Haus oder einem Grundstück aus. "Der Bürgermeister gehört in den Ort. Der angekündigte Umzug ist kein leeres Versprechen."
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Autor: SUSANN SCHÖNFELDER | 09.02.2010
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