Museum wieder tipptopp
Ebersbach. Fast ein halbes Jahr war die Jakob-Grünenwald-Gedächtnisstätte in Bünzwangen wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Zum morgigen Internationalen Museumstag öffnet das Museum wieder seine Pforten.
Mit einer undichten Stelle an der Spüle im ersten Stock des alten Bünzwanger Rathauses begann die Misere. Wäre das Problem nicht sofort erkannt worden, wären womöglich kostbare Gemälde des Bünzwanger Künstlers Jakob Grünenwald für immer vernichtet worden. Am Tag des 25-jährigen Jubiläums der Gedächtnisstätte im November vergangenen Jahres hatten Ortsvorsteherin Dagmar Reyer und Dora Hettfleisch, ehrenamtliche Museumsmitarbeiterin, bemerkt, dass unter der Spüle kontinuierlich Wasser austrat. Am kommenden Tag habe sie gleich den Bauhof benachrichtigt, um nach dem Rechten zu sehen, berichtet Ortsvorsteherin Reyer.
Jedoch handelte es nicht nur um einen undichten Wasserhahn, sondern um ein Leck in der Wasserleitung. Die Wände in der Küche wurden aufgerissen und dabei entdeckte man, dass die Holzbalken in der Wand als auch im Boden total verrottet waren. Aber das war noch nicht alles. Die Stellbalken führten natürlich bis zu den Grundmauern, also war auch das Erdgeschoss mit dem darin beheimateten Museum betroffen. Auch dort sickerte bereits Wasser durch. Zufällig war Dieter Hettfleisch am Montag dort zugegen, der die Misere bemerkte und sofort reagierte.
Alle Kunstwerke des Genre-Malers im Museum wurden unverzüglich ausgeräumt und einstweilen im Stadtmuseum "Alte Post" eingelagert. Kaum auszudenken welchen Schaden dieser Wasserschaden für die Sammlung hätte haben können. Dem ehrenamtlichen Leiter der Gedächtnisstätte wird jetzt noch ganz mulmig zumute, wenn er daran denkt. Ein halbes Jahr arbeitete der städtische Bauhof daran, neue Wände und Decken einzuziehen. "Es war schon was Größeres", meint Dagmar Reyer. Aber jetzt sei es tipptopp. Die Verwaltungsstelle sowie natürlich die Gedächtnisstätte hätten dabei gewonnen.
Am morgigen Sonntag, dem Internationalen Museumstag, wird die runderneuerte Gedächtnisstätte wieder öffnen. Seit zwei Wochen richtet Dieter Hettfleisch das Museum wieder ein. Neu ist, dass die Bilder nun thematisch geordnet sind. Außerdem gibt es vier Neuerwerbungen: die Darstellung "Leichenzug vor dem Haus", eine Bleistiftskizze "Männerkopf", eine Werkstatt-Darstellung, ein sehr frühes Werk Grünenwalds als er noch Kunstschüler war, worauf Hettfleisch besonders stolz ist. Zu den Neuerwerbungen gehört auch das Porträt der Frau des Künstlers, Maria Dorothea Grünenwald, geborene Rapp. 36 Originale kann das kleine Museum jetzt vorweisen. Darauf und dass alles doch noch gut gegangen ist, wird am Sonntag im Rahmen einer kleinen Feier mit einem Gläschen Sekt angestoßen. Dieter und Dora Hettfleisch freuen sich auf viele Besucher, denen sie gerne Fragen beantworten und die sie im Museum herumführen werden.
Info
Wiedereröffnung der Jakob-Grünenwald-Gedächtnisstätte in der Ortsstraße 49 in Bünzwangen am Sonntag von 10 bis 13 Uhr. Öffnungszeiten: Jeden ersten Sonntag des Monats bis Oktober von 10 bis 12 Uhr und nach Absprache.
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Autor: SABINE SCHWEICKHARDT | 15.05.2010
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Dieter Hettfleisch freut sich, dass das kleine und feine Museum in Bünzwangen die Gemälde des Malers Jakob Grünenwald nun in renovierten Räumen präsentieren kann. Auch Neuerwerbungen werden zu sehen sein. Foto: Sabine Schweickhardt
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