Hoffen auf ein Bildungshaus

Schlierbach.  Die Gemeinde Schlierbach bewirbt sich beim Land um die Förderung eines Kinder- und Bildungshauses. Der Gemeinderat begrüßte dies, denn alle Kinder sollten einen möglichst guten Start ins Leben haben.

Die Kooperation zwischen Grundschule und Kindergarten in Schlierbach bestehe bereits seit Jahren, sagte Paul Schmid. Bei der Umsetzung des Bildungs- und Orientierungsplans befinde sich Schlierbach daher auf einem guten Niveau, betonte der Bürgermeister. Damit die Übergänge zwischen Kindergarten und Grundschule noch fließender werden, bewirbt sich die Gemeinde um ein Kinder- und Bildungshaus. Diese Einrichtungen gelten als Modellvorhaben im Land, die mit Landesmitteln gefördert werden und von denen es bislang nur sehr wenige gibt. Den Komplex aus Schule und dem gegenüberliegenden Dr.-Irmgard-Frank-Kindergarten, wo auch die neue Kinderkrippe entsteht, hat sich die Gemeinde als Standort ausgeguckt.

Schmid sieht Bildung als Standortfaktor. "Wenn wir Kinder bis zehn Jahre nicht schulreif machen, verlieren wir", gab der Verwaltungschef die Richtung vor und erntete im Gremium nur Zustimmung für die Bewerbung um ein Kinder- und Bildungshaus. Schmid will die "heile Welt" in Schlierbach erhalten, stellt aber auch fest, dass es an Grundfähigkeiten und anderen Fertigkeiten mangele: "Die Sprachfähigkeit lässt nach." Diese Defizite müsse man ausgerechnet in einer Zeit reparieren, wo das Geld fehlt. "Deshalb müssen wir früher einsteigen", betonte Schmid. Kinder unterschiedlichen Alters könnten außerdem voneinander lernen. Die Vorgaben des Bildungsplans für die Grundschule einerseits und des Orientierungsplans für den Kindergarten andererseits beinhalteten auch gemeinsame Lernzeiten.

Über Beobachtungen und Dokumentationen werde den Defiziten auf den Grund gegangen. Die Einbindung einer Erzieherin in die Eingangsklassen der Grundschule und gleichberechtigte Teamstrukturen zwischen Schul- und Kindergartenpersonal nannte Schmid als weitere Elemente auf dem Weg zu einer durchgängigen Bildungseinrichtung. Das Echo aus dem Gemeinderat für die Bildungsanstrengungen in Schule, Kindergarten und Verwaltung war durchweg positiv. Kurt Moll sprach für die CDU: "Wir stimmen zu, denn wir haben auch zum Bildungsplan alle ja gesagt." Das Familienbild habe sich durch den gesellschaftlichen Wandel im Laufe der Jahrzehnte verändert. Fehlende Bildungsstrukturen seien der Hauptgrund, weshalb Frauen nicht arbeiten könnten, wie er immer wieder höre. Kinder aus bildungsfernen Schichten dürfe man nicht im Regen stehen lassen. "Nicht jedes Kind lebt in einer tollen und intakten Familie." Den Kindern einen möglichst guten Start ins Leben zu ermöglichen, darum gehe es. "Dies gibt es nicht zum Nulltarif. Aber das Geld ist es uns wert."

Marco Emmert (CDU) fügte an: "Wir zementieren nur das, was im Moment schon an Kindergarten und Schule läuft." Wenn man jetzt noch das Land an Bord bekomme und eine Cofinanzierung erreiche, laste nicht mehr alles auf den Schultern der Gemeinde. "Die Freien Wähler stehen voll und ganz dahinter", betonte Jörn Feldsieper. Allein die große Anzahl der Kinder mit Sprachschwierigkeiten und Auffälligkeiten zwinge zum Handeln.


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Autor: BORIS-MARC MÜNCH | 30.07.2010

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