Gewächshaus der Zukunft bauen

Ebersbach.  Lehrer, Schüler und Eltern am Raichberg-Gymnasium haben bei einem Pädagogischen Tag Lösungswege gegen Mobbing an der Schule gesucht.

Mobbing an den Schulen, zunehmende Probleme mit mangelndem Sozialverhalten der Schüler, Auswirkungen der Vorfälle von Winnenden und Erfurt - die Lehrer des Ebersbacher Raichberg-Gymnasiums (RGE), der Psychologiekurs der Klasse 12 sowie einige Mütter wollen etwas tun. Um diese Probleme aktiv und tatkräftig anzugehen, veranstaltete das RGE einen gemeinsamen Pädagogischen Tag unter Anleitung des renommierten Trainers, Erwin Tielemans.

Schon seit ungefähr drei Jahren werden am RGE in einzelnen Klassen immer wieder Stunden gestaltet, teilweise auch mit auswärtigem Lehrpersonal, um Schülern Anregungen für ein besseres Klassenklima zu vermitteln. Vier Lehrer haben sich in diesem Schuljahr mit einem Programm des "Lions Quest" in mehreren Schulungstagen zu Trainern ausbilden lassen. Die Begeisterung über dieses Programm, das in erster Linie zur Prophylaxe von Problemen gedacht ist, war so groß, dass die Schule sich dieses in einer Gesamtlehrerkonferenz vorstellen ließ. Doch wie so oft bei solchen Programmen ist es hilfreich, wenn man Teile daraus selbst einüben kann, bevor man eine Entscheidung darüber trifft, ob ein solches Programm auch verbindlich an der Schule implementiert werden soll.

Erwin Tielemans machte deutlich, dass die Lehrer eine sehr wichtige Rolle spielen. "Wir arbeiten im Gewächshaus der Zukunft" und nur zufriedene, gut gelaunte Lehrer, die gerne in die Schule gehen, seien in der Lage eine gute Atmosphäre zum Lernen zu schaffen und die Schule als einen Ort erfahrbar zu machen, an dem Vertrauen, Sicherheit, Freiheit zum Experimentieren, Leistungsbereitschaft und vieles mehr herrschten. Dass am RGE davon schon viel umgesetzt wird, das kam in den gemeinsamen Gruppengesprächen deutlich zum Ausdruck.

Am Nachmittag ging es um den Umgang mit Störungen im Unterricht. Nichtbefriedigung von Bedürfnissen führe zu Frustrationen, was wiederum zu Störungen führe, mit denen es kreativ umzugehen gelte. Den Teilnehmern wurde bewusst, dass es darauf ankommt, schon im Vorfeld so zu arbeiten, dass Störungen praktisch kein Thema mehr sein müssen. Lehrer, Schüler und Eltern kamen auf eine sehr angenehme und fruchtbare Weise ins Gespräch miteinander und genossen den ungezwungenen Umgang. pm


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21.05.2010

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