Fünf Mann und 14 Einkaufswagen

Ebersbach.  Auch wenn Rainbow City "nur" eine Spielstadt ist, die Bewohner sind aus Fleisch und Blut und haben Hunger. Kinder, Betreuer und Eltern wollen verköstigt werden - da ist täglich Großeinkauf angesagt.

"Hab mein Wagen vollgeladen", das könnte Rainbow-City-Logistikmitarbeiter Stephan Zimmermann praktisch täglich singen. Natürlich nicht wie im Lied mit alten Weibsen, sondern mit Unmengen von Lebens- und Putzmitteln nebst sonstigen Dingen, die man so im Haushalt benötigt. Etwa vier bis fünf Tage vor Beginn der neuntägigen Ferienfreizeit, die derzeit beim Ebersbacher Raichberg-Schulzentrum stattfindet, ist der Speiseplan längst in trockenen Tüchern und die meisten unverderblichen Nahrungsmittel sind vor Ort.

Bei der Planung sind drei individuelle Bereiche zu beachten: Bewohner, Betreuer nebst Besuchssonntag der Eltern. "Im Schnitt haben wir täglich rund 380 hungrige Mäuler zu stopfen. Da ist eine gut organisierte Abwicklung der Einkäufe das A und O und das liegt nicht jedem", sagt der 24-jährige Student und lacht. Die Kinder "müssen" für ihr Essen arbeiten und mit den verdienten Rainies können sie je nach Geschmacksempfinden und Geldbeutel von Fingerfood bis hin zum exquisiten Menü ihren Hunger stillen. Frühstück und Abendessen gibts freilich wieder daheim bei Muttern.

Etwas anders sieht es bei den Betreuern aus. Zwar stärkt sich die Truppe gleichfalls über Mittag an den unterschiedlichen Essensstationen, doch weil die Ehrenamtlichen überdies in der Spielstadt übernachten, müssen sie in der Mensa des Schulgebäudes ihr Marmeladenbrot schon selber schmieren. Dafür werden zehn Mentorengruppen mit jeweils zehn bis 15 Ehrenamtlichen aufgeteilt. Die einen richten das Frühstücksbüffet her, die anderen bereiten das Abendessen vor oder lassen sich von Koch Peter Weil und seinem Partyservice Kirschtomate verwöhnen und der Rest räumt auf oder macht sauber. So hat jeder seinen Aufgabenbereich.

"Bei unserer ersten Shopping-Tour füllten wir zu fünft 14 volle Einkaufswagen und ließen mal eben 1600 Euro liegen. Unser großer Sponsor Marktkauf Eislingen kennt das schon und öffnet in weiser Voraussicht stets eine extra Rabattkasse. Gleichfalls unterstützt uns die Firma Wagner in Göppingen. Dort bekommen wir gratis kistenweise Obst, Gemüse und Salat, eben alles was gesund ist", freut sich der engagierte Uhinger.

Was den Bewohnern nun am besten mundet, kann Stephan Zimmermann gar nicht sagen. Waren im Vorjahr Sandwichtoasts der Renner, sind es heuer Chicken Nuggets. "Wir versuchen so gut es geht vorzuplanen. Allerdings kann man nie genau wissen, was die einzelnen Stationen an Lebensmitteln oder sonstigem Arbeitsmaterial benötigen, das wechselt ja ständig. Deshalb kaufen wir täglich ein, da kommen ruckzuck vier Einkaufswagen zusammen", weiß der Student aus Erfahrung. Trotzdem schauen die Betreuer auch aufs Geld. Bleiben zum Beispiel Brötchen übrig, werden sie aufgebacken. Sind zu viele Teigwaren gekocht, gibt es eine schmackhafte Nudelpfanne. Wichtig sind für die Spielstadt auf jeden Fall die treuen Sponsoren und Förderer, denn ohne die geht rein gar nichts.


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Autor: SABINE ACKERMANN | 01.09.2010

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