Flut von Klagen erwartet

Ebersbach.  Eine Welle von Klagen gegen Kündigungen sieht die IG Metall auf die Firma Südrad in Ebersbach zukommen. Grund sei ein missglückter Sozialplan.

"Die Leute sind am Boden", so beschreibt ein Mitarbeiter der Ebersbacher Firma Südrad die Stimmung. Ende des vergangenen Jahres sind mit ihm 150 Kollegen gekündigt worden. Weil der Radhersteller ins Trudeln gekommen ist, werden 180 Arbeitsplätze abgebaut. Der von Betriebsrat und Geschäftsleitung - ohne Mitwirkung der IG Metall - ausgehandelte Sozialplan stößt auf harsche Kritik. "Da ist alles schief gelaufen, was nur schief laufen kann", erklärt der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Göppingen-Geislingen, Bernd Rattay. Bei der Rechtsschutz GmbH liegt bereits ein Aktenberg an Klagen "und das werden noch mehr", sagt Hans-Martin Wischnath, der die Büros in Göppingen, Ulm und Aalen leitet.

Chancen auf Erfolg können sich laut Wischnath vor allem jene ausrechnen, denen trotz Alterssicherung gekündigt wurde. Nach Kenntnis der Gewerkschaft sind mindestens zehn Beschäftigte betroffen. Teilweise seien auch Schwerbehinderte entlassen worden, berichtet ein Informant der NWZ. Der 55-Jährige ist wie viele seiner Kollegen nicht gut auf den Betriebsrat zu sprechen. "Die haben zu wenig Rückgrat gezeigt", sagt der Mann und fühlt sich allein gelassen: "Es wurden keinerlei Gespräche mit uns geführt, wie die Kündigungen abgefedert werden können."

Die Mitarbeiter wollen erfahren haben, dass der Betriebsrat unter Druck gesetzt worden sei, entweder die Entlassungen zu akzeptieren oder der Standort Ebersbach werde geschlossen. Betriebsratsvorsitzender Walter Joos war gegenüber der NWZ zu keiner Stellungnahme bereit. Ebenso wenig bestätigte Joos, dass offenbar kaum Entlassene in die Transfergesellschaft "B&Q aktiv" übertreten wollen. Beim Übertritt in die Transfergesellschaft sei im Sozialplan keine Abfindung vorgesehen. "Das ist völlig unüblich" und bedeute für die Betroffenen erhebliche finanzielle Einbußen, nicht zuletzt bei der späteren Berechnung des Arbeitslosengeldes erklärt Bernd Rattay. Zwischen der IG Metall und dem Südrad-Betriebsrat ist das Tischtuch zerschnitten.

Durch die unprofessionelle Abwicklung des Sozialplans gebe es großen Beratungsbedarf bei den Betroffenen. Die IG-Metall wird deshalb am Montag, 22. Februar, ab 9.30 Uhr in ihren Räumen in der Poststraße 14a in Göppingen eine Informationsveranstaltung für die Entlassenen von Südrad anbieten. Bereits ab 8.30 Uhr können sich Mitarbeiter mit Alterssicherung beraten lassen.


Kommentare (1)

19.02.2010 14:40 Uhr |   peter

südrad

mich wudert in diesem land garnichts mehr.
ein paar kilometer flußaufwärts geschieht bald das selbe.
bei allgaier werden auf die feine art 250 leute rausgeschmissen.natürlich wird auch hier der betriebsrat unter "druck" gesetzt um den sozialplan zu umgehen.
nur das dieser "druck" wahrscheinlich auf ein schweizer konto fließt.so entledigt man sich rafiniert von 250 "unbeliebten" mitarbeitern(80%ausländer),der betriebsrat versteckt sich eine zeit lang bis grass darüber gewachsen ist und das wars.
wahrlich ein rechtsstaat.........

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Autor: KARIN TUTAS | 19.02.2010

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