Eine "Weltreise" in Ebersbach
Ebersbach. Eine Ausstellung, ein Jugendkongress und ein Austausch unter Schülern sollen dem Projekt Integration in Ebersbach auf die Sprünge helfen.
Es ist ruhig geworden um das Thema Integration in Ebersbach. Eigentlich hätte das Kommunalparlament bereits Ende 2009 über ein Konzept abstimmen sollen, das im vergangenen Jahr unter Moderation des Studienleiters der Evangelischen Akademie Bad Boll, Stefan Brückner, ausgearbeitet worden war. Jedoch haben die finanziellen Turbulenzen, in die die Stadt geraten ist, den Zeitplan gründlich durcheinander gewirbelt. Alle Kräfte sind zurzeit mit dem Thema Einsparungen gebunden, heißt es in der Stadtverwaltung.
Dennoch haben die Akteure vor Ort die Verbesserung des Zusammenlebens weiter fest im Blick. "Es geht in vielen kleinen Schritten voran", sagt der städtische Beauftragte für Bürgerschaftliches Engagement, Dietmar Vogl, und nennt zum Beispiel das erfolgreiche Projekt "Ebersbach kickt", bei dem Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Nationen friedlich fröhlich ihre Mini-Fußball-WM austrugen. Für das nächste Projekt, das im Herbst startet, laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Die "Weltreise Ebersbach" - eine Art interkultureller Schüleraustausch für die Ebersbacher Sechstklässler.
Schüler unterschiedlicher Nationen sollen jeweils ein Wochenende bei einer Gastfamilie in Ebersbach verbringen. So soll das Verständnis für die jeweils andere Kultur wachsen, erklärt Dietmar Vogl. Seit einem halben Jahr trommelt der städtische Mitarbeiter an den Ebersbacher Schulen für den etwas anderen Wochenendtrip. In Lehrerkonferenzen und bei Elternvertretern sei die Idee auf gute Resonanz gestoßen, berichtet Vogl. Nach den Sommerferien soll auch in Elternabenden für die Aktion geworben werden.
Bis zu den Herbstferien sollen die Schüler auf ihre "Weltreise" vorbereitet werden. Geplant sei, das Thema Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Nationalitäten auch in den Unterricht zu integrieren. "Die größte Herausforderung wird sein, die Schüler von dem Vorhaben zu überzeugen", meint Dietmar Vogl. Die Teilnahme an dem Austausch ist freiwillig und den Familien stehe frei zu entscheiden, wie die Wochenenden gestaltet werden und wie viel Zeit man zusammen verbringen wolle. Dietmar Vogl ist schon "sehr gespannt, wie das läuft", schließlich betrete man mit dem Projekt Neuland.
Auch Stadtbibliothek und Museum leisten ihren Beitrag zum Thema Integration. Am 29. September startet im Museum eine Ausstellung über "Gastarbeiter in Deutschland". Die Wanderausstellung hat Museumsleiter Uwe Geiger durch einige Porträts über Gastarbeiter in Ebersbach angereichert. Begleitend dazu - dies wird der offizielle Auftakt der "Weltreise Ebersbach" sein - bietet die Stadtbibliothek am 7. Oktober unter dem Titel "Who is Deutschland" einen Jugendkongress zum Thema Integration an.
Das Theater "Sofamobile" wird ein auf Ebersbacher Verhältnisse zugeschnittene Theater-Quiz-Mitmach-Veranstaltung über Familie, Ehre, Respekt, Fairness und Identität anbieten. "Es ist geplant, dass jeweils Klassen verschiedener Schulen zusammen bei der Veranstaltung mitmachen", erklärt Dietmar Vogl. Dank der zur Verfügung stehenden EU-Fördergelder für das Integrationskonzept könne der Jugendkongress gleich viermal für jeweils 60 bis 70 Schüler abgehalten werden.
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Autor: KARIN TUTAS | 17.08.2010
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