Ein lachendes und ein weinendes Auge

Uhingen.  Mit einem lachenden und einem weinenden Auge wird in Uhingen das von der Bahn beschlossene Bahnhofssanierungsprogramm betrachtet.

Gut Ding will Weile haben. Das gilt im besonderen Maße für die Absicht der Deutschen Bahn, ihre Bahnhöfe zu sanieren. "Erste Gespräche fanden 1996 statt", erinnerte Bürgermeister Matthias Wittlinger in der jüngsten Sitzung des Uhinger Gemeinderates. Nach jahrelangen Verzögerungen "sind wir nun auf der Zielgeraden", so der Rathauschef weiter.

Ganz ungetrübt ist die Freude über die Sanierungsarbeiten, die im nächsten Jahr ausgeführt werden sollen, freilich nicht. "Die Bahn setzt uns die Pistole auf die Brust", so Wittlinger. Denn das Unternehmen hatte vom Kreis verlangt, dass dieser garantiert, "die Vorfinanzierung für die Maßnahmen an den Verkehrsstationen" zu übernehmen, falls das Land seinen Anteil verzögert auszahlen sollte. So steht es in der Vereinbarung zwischen der Bahn, dem Landkreis und den Kommunen festgeschrieben.

"Dies zeigt, wie die Bahn mit ihren Partnern umgeht", ärgerte sich der Uhinger Rathauschef. "Sie saniert ihre Gebäude mit öffentlichen Geldern." Hätte der Kreis der Bedingung nämlich nicht zugestimmt, "wäre gar nichts passiert". In Uhingen wird insgesamt eine knappe Million Euro investiert werden. Rund 140 000 Euro der Infrastrukturmaßnahme wird die Stadt selbst tragen.

Der Belag des Bahnsteigs in Richtung Stuttgart wird saniert, die Beleuchtung erneuert und ein Wetterschutz angebracht werden. Der Bahnsteig der Züge in Richtung Ulm wird von 38 auf 76 Zentimeter erhöht werden. "Gerade für Ältere ist dies sehr wichtig", stellte Stadtrat Ulrich Langer (FDP) fest. Freilich müsse dann auch der Bahnhofsvorplatz angehoben und eine schiefe Ebene zum Gleis gebaut werden. "Für uns weiterhin wichtig", so Langer, der seit über 40 Jahren regelmäßig mit der Bahn fährt, sei "eine richtige Überdachung". Auch der Fahrkartenautomat müsse höher gestellt werden. Diesen will Wittlinger drehen. Denn bislang ist der Automat nach Süden ausgerichtet - scheint die Sonne, "kann ihn niemand mehr bedienen".

Die Anregung Langers, die Unterführung mit einer Kamera überwachen zu lassen und damit der ständigen Verschmutzung entgegen zu wirken, will der Rathauschef prüfen lassen. Er stimmte mit Langer überein, dass es nicht ganz glücklich sei, dass der Bahnhof in Nord-Süd-Richtung nicht barrierefrei sei. "Wir werden mit der Bahn noch einmal verhandeln wegen einer Rampe oder eines Aufzuges", sagte Wittlinger. Auch Rainer Frey von der Freien Wählervereinigung und Werner Lorenz (SPD) machten sich dafür stark. Letzterer bemängelte ebenfalls die Überdachung der Bahnsteige. "Wir hätten uns eine größere gewünscht." Lorenz machte freilich aber auch deutlich, dass die Stadt nicht für alles Wünschenswerte aufkommen könne.


Kommentare (1)

10.02.2012 21:37 Uhr |   Hanne Walter

Herzlichen Glückwusch

den Nein-Sagern zu S21!
Lieber alle bawü-Bahnhöfe barrierefrei, statt ein barrierevolles S21 mit Risiken ohne Ende, bei denen die ohnehin schon auf Pump lebenden Komunen weiterhin zur Kasse gebeten werden!
Oben bleiben!
Keine weiteren Zerstörungen bevor nicht alles geplant ist und die Kosten klar sind!!!

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Autor: MARGIT HAAS | 10.02.2012

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