Ebersbach sucht den Energiemanager

Ebersbach.  SPD und Grüne haben bei der Haushaltsdebatte auf die Notwendigkeit eines Energiemanagers hingewiesen. Die Stelle wird jetzt neu ausgeschrieben.

Er hatte den Energieverbrauch im Blick und Ideen, wie die Stadt weiter sparen könnte. Er wollte "Stromfressern" unter den Straßenlampen den Garaus machen und beriet auch Privatpersonen rund um Strom und Heizung: Von Oktober 2002 an beschäftigte die Stadt Ebersbach einen Energiemanager - seit Januar 2009 ist die Stelle jedoch vakant. Für die Grünen und die SPD-Fraktion war die jüngste Haushaltsberatung die Gelegenheit, erneut in dieser Sache nachzuhaken. "Seit September ist nichts passiert. Und ich fürchte, wir werden auch in diesem Jahr wieder keinen finden", sah Tobias Bollinger (Grüne) schwarz. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Ingrid Scherr blies in dasselbe Horn: "Dieses Thema ist wissentlich oder unwissentlich verschleppt worden."

Bürgermeister Sepp Vogler widersprach dieser Kritik: "Wir haben nicht geschlafen." Die Stelle des Energiemanagers sei bereits ausgeschrieben, ein passender Kandidat jedoch nicht gefunden worden, erklärte der Rathauschef. Die Stadt will sich nun noch einmal den Ausschreibungstext vornehmen und schauen, ob das Profil der 100-Prozent-Stelle möglicherweise modifiziert werden muss. "Im Moment ruht das Thema", räumt Vogler ein, doch es komme in den nächsten Wochen in einer Gemeinderatssitzung aufs Tapet. Neben der fachlichen Qualifikation sei eine gewisse Erfahrung notwendig, betont der Bürgermeister: "Wir brauchen jemanden, der auch konzeptionell tätig ist." Im Personalbudget des Haushaltsplans sind die Kosten für die Stelle ab September 2010 kalkuliert, da eine frühere Besetzung nicht realistisch erscheint, so die Meinung der Verwaltung.

Die Grünen-Fraktion hatte bei der Etatberatung den Antrag gestellt, die Stelle des Energiemanagers "baldmöglichst" wieder zu besetzen. Der Schritt sei aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen notwendig, "zudem trägt sich die Stelle selbst", betonen die Grünen. Da die Diskussion demnächst stattfinden soll, wurde über den Antrag nicht abgestimmt. Auch der Wunsch der Grünen, den Strombezug der Stadt Ebersbach von derzeit 50 auf 100 Prozent Ökostrom zu erhöhen, soll zu einem späteren Zeitpunkt beraten werden, da die Frist für eine gebündelte Ausschreibung für dieses Jahr abgelaufen ist.


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Autor: SUSANN SCHÖNFELDER | 11.03.2010

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