Braucht Albershausen ein neues Baugebiet? Kontroverse Debatte im Gemeinderat

Albershausen.  Die Ortsmitte Albershausens soll weiter entwickelt und gleichzeitig soll ein neues Baugebiet ausgewiesen werden - was nicht unumstritten ist.

"Die Gemeinde ist im Gemeindeländer-Gebiet noch im Besitz von fünf Bauplätzen", stellte Willy Wittlinger (CDU) in der jüngsten Sitzung des Albershäuser Gemeinderates fest. "Dies bedeutet, dass in etwa zwei bis drei Jahren die Gemeinde keinen Platz mehr hat, wenn die seitherige Verkaufsstruktur beibehalten wird." Er will deshalb "vorplanen, für die Zeit, wenn wir keine Plätze mehr haben". Der Christdemokrat beantragte deshalb, in den aktuellen Haushalt eine erste Planungsrate für eine neue Wohnbebauung aufzunehmen. Wittlinger warnte davor, Entwicklungen zu verschlafen. Schon einmal, in den 1970-Jahren, "sind sehr Viele weggezogen, weil in Albershausen nichts passierte".

Am Ende einer kontrovers geführten Diskussion fand er eine Mehrheit für seinen Vorschlag. Uwe Seitz (Freie Wählerschaft Albershausen/FWS) will dagegen einen anderen Schwerpunkt setzen. "Ich bin gegen ein neues Baugebiet", stellte er nachdrücklich fest. "Vielmehr müssen wir das Zentrum aufwerten und Lücken schließen", bekräftigte er. Seitz hält zudem den Zeitpunkt für falsch. "Wenn wir außen Flächen anbieten, schwächen wir den Ortskern." Hier gelte es aber nachzudenken und Visionen zu entwickeln, das Krone-Areal und die Ortskernsanierung voranzutreiben.

Bürgermeister Jochen Bidlingmaier erkennt keinen Widerspruch. "Wir können zunächst unser Hauptaugenmerk auf die Innenentwicklung setzen." Hier warnt er indes vor zu großen Erwartungen. Die Arbeiten zum Baulücken-Kataster, das die Gemeinde derzeit erstellt, zeigten, dass viele Albershäuser gar nicht bereit sind, Lücken zu schließen. "Wir werden keine großen Bauflächen gewinnen", ist der Schultes überzeugt. Der Rathauschef glaubt deshalb: "Wir müssen in die Planung eines Baugebiets einsteigen."

Unterstützung erhielt er von Roland Hirsch von der Bürgerlichen Wählervereinigung (BWV). Aufgrund der demographischen Entwicklung "werden wir die Einwohnerzahl von derzeit rund 4300 nicht halten können, wenn wir kein neues Baugebiet ausweisen". Bei einem Bevölkerungsschwund seien aber dann öffentliche Einrichtungen gefährdet. Wo das neue Baugebiet ausgewiesen und wie groß es werden soll, darüber wird derzeit intern diskutiert.


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Autor: MARGIT HAAS | 02.02.2012

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