Afrika ist in der Schule

Ebersbach.  Ein Kulturbotschafter aus Ghana nahm Schüler der Ebersbacher Marktschule spielerisch mit in sein Land. Tanzend, singend und essend lernten sie mit allen Sinnen die Sitten einer anderen Kultur kennen.

"Meine lieben Freunde", begrüßt Kobna Anan die Schüler der Marktschule und ihre Lehrer. Sein traditionelles Gewand, die provisorisch nachgebildete Hütte seines ghanaesischen Dorfes, die fröhliche Musik und das rhythmische Trommeln verwandeln die Marktschulhalle in ein Stück Afrika. Der ehrenamtliche Kulturbotschafter aus Ghana versprüht jede Menge Fröhlichkeit, die sich sogleich in den Gesichtern der Kinder widerspiegelt. Diese klatschen, singen und tanzen begeistert mit.

Mitmach- wechseln sich mit Zuhörphasen ab. Kobna Anan erzählt über Afrika allgemein, über sein Volk, die Fanti, deren Sprache, Kunstfertigkeit, Sitten und Gebräuche, veranschaulicht seine Ausführungen mit entsprechenden Utensilien oder gespielten Szenen. Für den Mann aus Ghana ist das kein Problem. Er studierte Schauspielkunst und Theaterwissenschaft in England und Deutschland.

Der interaktive Unterricht macht sichtlich Spaß. Man kann sogar etwas gewinnen, wenn man genau aufgepasst hat. Kobna Anan stellt immer wieder "Prüfungsaufgaben". Dann verschwindet er kurz in seiner Hütte und tritt als Märchenerzähler, gehüllt in eine "Kete" - ein mit traditionellen Motiven gewobenes Tuch - sowie mit einem prächtigem Amtsstab in der Hand heraus. In einem afrikanischen Dorf wie seinem, in dem es keinen Strom gebe, sei der Märchenerzähler eine wichtige Person, von deren Weisheit die Kinder viel lernen könnten, erzählt der Mann aus Ghana. "Das Lied der bunten Vögel" heißt das Märchen, das Kobna Anan zuerst erzählt und dann mit Schülern nachspielt. Die Moral von der Geschichte: Es ist nicht gut immer nur an sich selbst zu denken. Seit 1978 tourt der ehrenamtliche Kulturbotschafter als Zeichen von Frieden und Freundschaft durch Europa, um seine Idee, seine afrikanische Heimat, ihre Kultur, Sitten und Gebräuche in künstlerischer Form dem Publikum näher zu bringen. In Ebersbach ist es ihm gelungen. Vielleicht auch seiner Frau Manza, die für alle Schüler "Joloff", ein schmackhaftes afrikanisches Gericht, gekocht hat.


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Autor: SABINE SCHWEICKHARDT | 20.05.2010

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