6,3 Millionen für Lärmschutz

Ebersbach.  6,3 Millionen Euro investiert der Bund in den Lärmschutz entlang der Bahnlinie in Ebersbach, Uhingen und Reichenbach. Gestern war in Ebersbach Spatenstich für den Bau der Schallschutzwände.

"Die Bahn hält Wort"- selbstbewusst kommt dieser Satz Werner Klingberg, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn in Baden-Württemberg, über die Lippen. Der eine oder andere Gast der kleinen Feier vor dem Ebersbacher Bahnhof kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Hatten doch die Rathauschefs und Bürgervertreter in den vergangenen Jahren bei Verhandlungen mit der Bahn viel Geduld haben müssen. Gestern aber gabs für die Vertreter aus Reichenbach, Ebersbach und Uhingen nichts zu meckern. Mit dem symbolischen Spatenstich fiel der offizielle Startschuss für den Bau der lange ersehnten Lärmschutzwände.

6,3 Millionen Euro investiert der Bund im Rahmen des Programms "Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes" in den drei Kommunen. Davon entfallen allein 5,5 Millionen auf den Bau von Lärmschutzwänden. "Durch den Bau der Schallschutzwände werden die Anwohner von vielen hundert Wohneinheiten beidseitig der Bahnstrecke Stuttgart-Ulm erheblich von Lärm der vorbeifahrenden Züge entlastet", erklärte Bahnchef Werner Klingberg. Auch die weiter hinten liegenden Häuser profitierten von der Wirkung der zwei bis drei Meter hohen Wände.

In den kommenden sechs Monaten werden auf einer Gesamtstrecke von mehr als vier Kilometern (4125 Meter) die Wände aus Leichtmetall errichtet - 2260 Meter in Ebersbach, 815 Meter in Reichenbach und 1050 Meter in Uhingen. Darüber hinaus fließen weitere 800 000 Euro in passiven Schallschutz, wie Lärmschutzfenster. Derzeit prüfe die Bahn an rund 1000 Wohneinheiten, ob die Kriterien erfüllt sind, teilte Werner Klingberg mit und ließ die versammelten Gäste wissen, dass die Reduzierung des Verkehrslärms der Bahn ein großes Anliegen sei. Es werde auch viel Geld in Schienen und Räder gesteckt. Der Lärmschutz sei eine Investition in die Zukunft, betonte der Göppinger Bundestagsabgeordnete Werner Simmling (FDP). Leistungsfähige Verkehrswege seien entscheidend für das Wohl der Region, erklärte Simmling und konnte sich einen Hinweis auf den "schleppenden Ausbau der B 10" nicht verkneifen.

Der Ebersbacher Rathauschef Sepp Vogler und seine Amtskollegen aus Reichenbach und Uhingen, Bernhard Richter und Matthias Wittlinger, strahlten gestern mit der Sonne um die Wette. Der Lärmschutz sei für die Kommunen eine wichtige und lange ersehnte Maßnahme, "die die Wohn- und Aufenthaltsqualität spürbar verbessern wird", erklärte Sepp Vogler. Die Stadt Ebersbach steigt mit 520 000 Euro in das Bauvorhaben ein und lässt auf eigene Kosten in Höhe der künftigen Neuen Mitte auf dem Kauffmann-Areal eine 200 Meter lange Schallschutzwand errichten. Dass die Stadt für den Unterhalt der Lärmschutzwand 129 000 Euro Ablöse an die Bahn zahlen muss, "das hat uns richtig weh getan", erinnerte der Rathauschef an die heftigen Debatten im Gemeinderat.

Bis sich die Menschen entlang der Bahnlinie über etwas mehr Ruhe freuen dürfen, müssen sie sich vorübergehend auf mehr Lärm einstellen. Insbesondere in Reichenbach und Ebersbach wird nachts und an Wochenenden gearbeitet. Im kommenden Jahr sollen Faurndau und Göppingen Lärmschutzwände erhalten. Bis 2012 soll das Lärmschutzprogramm im Filstal abgeschlossen sein, erklärt die Projektleiterin der Bahn, Sabine Weiler.


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Autor: KARIN TUTAS | 26.05.2010

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