Rettung für Hotel Silber?

Stuttgart.  Das Hotel Silber soll erhalten bleiben: Die neue Koalition will den Abriss der einstigen Gestapo-Zentrale verhindern. Damit zeichnet sich ein Streitthema mit dem Stuttgarter Gemeinderat ab.

Bei den Koalitionsgesprächen hat sich Grün-Rot auf den Erhalt des Hotels Silber beim Karlsplatz verständigt. Dies sei in einem Protokoll festgehalten worden. Das würde jedoch eindeutig dem Willen des Stuttgarter Gemeinderats widersprechen, heißt es in einem Antrag der Fraktionen von CDU, FDP und Freien Wählern.

"Wir möchten nicht, dass die erste inhaltliche Aussage der neuen Landesregierung für die Landeshauptstadt ist, dass Stuttgart eine Stadtreparatur verwehrt wird", heißt es weiter. Die Entwicklung rund um den Karlsplatz sei für die Stadt, die Bürger, Touristen, den Einzelhandel und die Gastronomie von entscheidender Bedeutung. Die Fraktionen haben sich komplett gegen den Erhalt des Hotel Silbers, der ehemaligen Gestapozentrale, positioniert.

Laut SPD-Landtagsfraktion sei es das gemeinsame Ziel der Parteien, das Hotel Silber zu erhalten und so schnell wie möglich Gespräche mit den Vertretern der Stadt Stuttgart und mit dem Hause Breuninger zu führen. Bei den Koalitionsverhandlungen habe man sich auf den Erhalt verständigt.

Wenige Tage nach der Landtagswahl am 27. März hatten etwa 50 Künstler und Politiker aus der gesamten Bundesrepublik und dem Ausland einen an Grüne und SPD gerichteten Appell unterzeichnet, mit dem Inhalt, dass sich die neue Regierung für den vollständigen Erhalt des Hotels Silber und für die Einrichtung einer Gedenkstätte und eines NS-Dokumentationszentrums einsetzen solle. Die Dorotheenstraße 10 sei der zentrale Ort für die Ereignisse der schlimmsten Verbrechen des NS-Regimes im Land gewesen, machten sie geltend.

Für den Erhalt des Hotels macht sich auch der Stuttgarter Verschönerungsverein stark. Er hat sich für eine maßvolle städtebauliche Neuordnung ausgesprochen. Das Land, das am Karlsplatz Ministerien unterbringen will, solle sein Raumkonzept überprüfen.

Von Seiten des Hauses Breuninger hatte man sich in den letzten Tagen nicht geäußert. Im Rathaus herrscht zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls Funkstille - Osterferien. Es wird nur auf die jüngste Aussage des Oberbürgermeisters Wolfgang Schuster verwiesen, der sagte, dass die Situation am Karlsplatz nicht so bleiben könne, wie sie heute ist.

Die Fraktionen von CDU, Freien Wählern und FDP fordern die Grünen im Stuttgarter Gemeinderat nun auf, auf ihre Partei auf Landesebene jetzt einzuwirken und nichts zu vereinbaren, was dem Willen des Gemeinderats und dem Aufstellungsbeschluss widerspreche.


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Autor: YVONNE WEIRAUCH | 30.04.2011

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