Mediterraner Augenschmaus

Stuttgart.  Mit der sauren "Einheitszitrone" aus dem Supermarkt hat die Vielfalt der Zitrusfrüchte in der Wilhelma nur wenig zu tun. Das zeigt eine Ausstellung.

Was sich hinter "Buddhas Hand", der Römischen Limette oder Sorten wie Chinotto und Bizzaria verbirgt, zeigt eine kleine Sonderausstellung der Wilhelma-Gärtner, die dieses Jahr zum dritten Mal im Wintergarten zu sehen ist. Die teils sehr seltenen Zitrusfruchtpflanzen verstecken sich normalerweise hinter den Kulissen und werden nur zur Hauptblütezeit, im Februar und März, herausgeholt.

Ihrem Namen alle Ehre macht die wohl auffälligste Frucht in der Sonderschau: Buddhas Hand. Die aus Ostasien stammende Zitrusfrucht ähnelt mit etwas Fantasie einer Hand - oder auch an einen gelben, am Baum hängenden Oktopus. In ihrer asiatischen Heimat wird Buddhas Hand schon seit Jahrhunderten kultiviert und ihre kuriosen Früchte werden traditionell Buddha als Gabe dargeboten. Sie schmecken sehr süß und können roh verzehrt werden, eignen sich auch hervorragend zur Herstellung von Marmeladen und erfüllen mit ihrem frischen Zitrusduft das Haus.

Bemerkenswerte Früchte trägt auch die Bizzaria, eine wahre Kostbarkeit. Sie galt lange Zeit als ausgestorben und wurde erst vor etwa 30 Jahren in der Nähe von Florenz wiederentdeckt. Ihre mit Höckern übersäten gelben, orangefarbenen und grünen Früchte vereinen die Eigenschaften der Bitterorange und der süßen, stark duftenden Zedrat-Zitrone.

Besonders in Italien als Zutat für Magenbitter wie Campari oder Limonaden heiß begehrt ist der Saft der Bitterorangen. In der Ausstellung wird diese Gruppe durch die Chinotto vertreten, aus der auch die gleichnamige, dunkel-rote und bitter-süße Limonade hergestellt wird. Noch bis Ende März sind diese und viele andere Zitrusbäume und -büsche im Wintergarten zu bestaunen.


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Autor: SWP | 10.02.2012

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