Gewitterfront bremst Flieger aus
Stuttgart. Am ersten Ferientag herrschte am Flughafen Hochbetrieb. Eine Gewitterfront bremste morgens einige Flieger aus, ansonsten lief alles glatt für die Urlauber, die Mallorca und Antalya besonders schätzen.
Lange Schlangen an den Check-in-Schaltern, Gepäckstücke wie Surfbretter und Gitarren sowie gut gelaunte Familien in Vorfreude auf die kommenden Tage bestimmten gestern das Bild auf dem Stuttgarter Flughafen. Am ersten Ferientag wurden 348 Starts und Landungen gezählt. Eine Gewitterfront stoppte am frühen Morgen für 20 Minuten einige Maschinen.
Ihr Aufenthalt in Stuttgart ist an diesem Morgen für Christel und Marvin Fichtmüller nicht gerade angenehm. Ein ermüdender Flug aus Atlanta (USA) steckt in den Knochen von Mutter und Sohn, die sich auf dem Fußboden der Ankunftshalle niedergelassen haben. Bevor sie jedoch ein Mietauto nehmen und in Richtung Karlsruhe aufbrechen können, müssen sie sechs Stunden lang auf das Flugzeug warten, mit dem der Ehemann aus Paris eintrifft. "Wir haben heute den USA nach mehr als drei Jahren den Rücken gekehrt", erzählen sie. "Und 150 Dollar fürs Übergepäck bezahlt."
Für die Familie Fichtmüller war der gestrige Tag der Start in ein neues Leben, für die anderen Reisenden der Start in den heißersehnten Urlaub. 348 Starts und Landungen wurden gezählt - so viel wie noch nie in diesem Jahr. 2008 waren allerdings mehr als 400 Flugbewegungen registriert worden. "Die Gesellschaften greifen mittlerweile auf größere Fluggeräte zurück", erklärt Sprecher Volkmar Krämer die Differenz. Rund 380 Personen hätten beispielsweise in einem A 330 Platz - "das sind zwei bis zweieinhalb normale Maschinen." Entsprechend zufrieden sei man mit der Zahl der Passagiere: 200 000 werden in den ersten vier Ferientagen erwartet. "Das sind fünf bis sechs Prozent mehr als im Vorjahr."
Allerdings gingen gestern nicht alle Flugzeuge wie geplant in die Luft. Ein Gewitter mit Blitz und Donner sorgte kurz nach 6 Uhr dafür, dass der Flugbetrieb für die Dauer von 20 Minuten eingestellt wurde. Zu Verspätungen bei anderen Flügen kam es dadurch jedoch nicht.
Die Rangliste der populärsten Urlaubsziele führen wie schon im Vorjahr unverändert Palma de Mallorca und Antalya an. Heraklion auf Kreta und Hurghada am Roten Meer setzen die Liste der beliebtesten Destinationen fort, dicht gefolgt vom Klassiker Ibiza - bei allen Zielen ist Sonne garantiert. "Als neue Vergnügungsmetropole für Jugendliche und junge Menschen entwickelt sich derzeit auch Varna in Bulgarien", sagt Volkmar Krämer.
Für die dreiköpfige Familie Zwick aus Rheinland-Pfalz geht es in diesem Sommer nach Ägypten. "Badeurlaub", sagt Mutter Michaela. "Bei dem Regen der letzten Tage ist es umso schöner, endlich aus Deutschland herauszukommen." Auch Familie Türethe hat sich für einen Ägypten-Urlaub entschieden. "Ich freue mich auf die lustigen Kellner dort und aufs Tauchen im Meer", gesteht die neunjährige Dilara.
Melissa Möhrle aus Göppingen hingegen ist die Müdigkeit ins Gesicht geschrieben - trotz des Empfangs, den ihr zahlreiche Verwandte und Freunde an diesem Vormittag mit bedruckten T-Shirts und roten Rosen bereiteten. "Ich bin um Mitternacht in den USA losgeflogen und habe seither kein Auge zu getan." Der Ansturm der Reisenden war gestern den Tag über nicht gleich stark: Immer wieder gibt es Phasen, in denen in den Terminals nur wenig los ist. "Dass Ferienbeginn ist, haben wir zumindest an der Anzahl der Kunden nicht gemerkt", sagte die Mitarbeiterin eines Schuhgeschäfts. Vielleicht hat sie heute mehr Glück: Mit 344 Starts und Landungen wird am Flughafen erneut mit viel Betrieb gerechnet.
Info: Pünktlich zum Ferienbeginn hat der Flughafen eine neue Web-Cam freigeschaltet (www.flughafen-stuttgart.de, unter "Reisende und Besucher" und "Faszination Flughafen"). Mit Hilfe der neuen Kamera können die Flugzeuge auf dem Vorfeld beobachtet werden.
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Autor: ANDREA EISENMANN | 30.07.2010
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An den Check-In-Schaltern bildeten sich gestern zeitweise Schlangen. Am ersten Ferientag wurden 348 Starts und Landungen gezählt. Eine Gewitterfront stoppte am frühen Morgen für 20 Minuten einige Maschinen. Fotos: Andrea Eisenmann
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