Behinderte beraten in allen Lebensbereichen
Stuttgart. Das "Zentrum für selbstbestimmtes Leben" berät seit 2002 ehrenamtlich. Problem: Die Förderung über die Aktion Mensch endet 2012.
Herzstück des Vereins ist seit 2002 das "Zentrum selbstbestimmt Leben" (ZsL) in der Reinsburgstraße, in dem die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter Hilfe für Menschen mit Behinderungen anbieten. Mit jährlich über 400 kostenlosen Beratungen ist das ZsL dabei eine große Hilfe. Möglichkeiten zur Verbesserung der Mobilität, Recht und Finanzen, Sozialhilfe, Hilfe bei Umzug oder Wohnungssuche, Einsamkeit, Sexualität, Ängste vor Ämtern - die Angebotspalette der Beratung tangiert so ziemliche alle Lebensbereiche.
Das Motto bei der täglichen Arbeit lautet: Betroffene beraten Betroffene. Warum? "Weil ein Mensch mit Behinderung einem Behinderten sehr viel besser beraten kann, als ein Nichtbehinderter", erklärt Vorstandmitglied Peter Epp, der seit Jahren selbst im Rollstuhl sitzt und genau weiß, wo die Probleme für Behinderte sich im Alltag offenbaren. Angefangen vom Ausfüllen eines Formulars für einen Behindertenausweis bis hin zur Psychologischen Beratung und Stressbewältigung im Kampf gegen Einsamkeit und Isolation.
Das Zentrum auch der Stadt Stuttgart stehe mit Rat und Tat zur Seite, beispielsweise als es darum ging, Stadtbahnhaltestellen barrierefrei zu gestalten. "Zudem sind wir auch auf der CMT mit einem Stand vertreten und beraten Besucher zum Thema barrierefreier Urlaub", so das Vorstandsmitglied. "Unser Ziel ist, dass Menschen mit einer Behinderung ihr Leben selbst in die Hand nehmen und bewältigen können - mit mehr oder weniger Unterstützung."
Doch die könnte der Verein jetzt selbst brauchen. Wie so oft im Ehrenamt drückt auch in der Reinsburgstraße der finanzielle Schuh. Vor allem ab 2012. "Dann läuft die Förderung durch Aktion Mensch aus", weiß Epp. Und unter anderem mit dieser Finanzspitze wurden 1,5 Stellen, die jährlich rund 50 000 Euro ausmachen, finanziert. Zwar dürfe man in dem städtischen Gebäude fast zum Nulltarif arbeiten, dennoch sei der Verein auf neue Geldquellen angewiesen, beispielweise Firmen, Banken oder Stiftungen. "So wie etwa die Volksbank Stuttgart und die Paul-Lechler-Stiftung, die beide unser Migrantenprojekt unterstützen", so Peter Epp. Ein wichtiges Thema, denn auch beim ZsL werde das Thema Integration groß geschrieben. uln
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Autor: SWP | 19.05.2011
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