Wangen zufrieden: "Konzept ist klasse" Lkw-Durchfahrtsverbot Richtung Schorndorf
Wangen. Hochzufrieden ist der Wangener Bürgermeister Daniel Frey mit dem geplanten Durchfahrtsverbot für Lkw im Rahmen des Schurwaldquerung-Konzepts.
Wangen profitiert von dem Gesamtkonzept für die Schurwaldquerungen: Auf der Landesstraße von Faurndau nach Schorndorf, die durch den Ort verläuft, soll ein Durchfahrtsverbot für Lkw ab 12 Tonnen kommen. Das ist mehr, als der Wangener Bürgermeister erhofft hat. "Das Konzept ist klasse", strahlt er, "es bringt eine Verbesserung für die Menschen."
Die Wangener fühlen sich belastet vom Lkw-Verkehr durch den Ort, berichtet Frey. Er vermutet, dass auch Ausweichverkehr und Mautschleichverkehr dazugekommen ist - "wenn ich mal den Kennzeichen nach urteile". Die Situation sei natürlich kein Vergleich mit der B 297, die ein Nachtfahrverbot erhalten soll, stellt der Schultes klar.
Zum Lärm, den ein Lkw in der kurvigen Wangener Ortsdurchfahrt produziert, komme noch das große Problem der Verkehrssicherheit: Die Gefällstrecke aus Richtung Oberberken verleite Auto- wie Brummifahrer zum Herabschießen. Anhand einer neuerlichen Verkehrszählung weiß der Schultes, dass ein Lkw mit über 80 km/h den Berg herunterkam. Die besondere Gefahr: Am Auslauf der "Rennstrecke" liegt ein Zebrastreifen, der zum Schulweg gehöre. Dort überqueren Kinder die Straße, verdeutlicht Frey.
Diese Verkehrssituation beschäftigt den Gemeinderat auch unabhängig vom Durchfahrtsverbot. Denn bei Autos siehts nicht besser aus. Im Gegenteil: Einer sei mit 150 Sachen geblitzt worden, verdeutlicht Frey. Der Gemeinderat habe alle Ortseingänge bei einer Verkehrsbegehung unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit inspiziert. Darüber wird noch beraten.
Verschwinden werden die Laster nicht. Vom Durchfahrtsverbot ausgenommen sind Anlieferer, die nach Wangen, Oberberken und Unterberken wollen. Auch Kleinlaster unter 12 Tonnen dürfen passieren. Wieviel wegfällt und wieviel bleibt, kann Frey nicht abschätzen. Er spricht davon, dass der Lkw-Verkehr "ein stückweit reduziert" werde. Und er erwartet Kontrollen. Sein Resümee: Wangen habe jetzt Tonnagelimits in alle Richtungen. Auf der Straße nach Rechberghausen gilt das schon länger.
Für den Schwerlastverkehr vom Raum Göppingen nach Schorndorf fällt eine Strecke weg. Es bleibt aber eine Alternative: über die B 297 und die Landesstraße 1147, die über Adelberg führt. Diese Strecke ist nur auf dem Abschnitt der B 297 mit einem Nachtfahrverbot belegt, das aber nur für den reinen Fernverkehr gilt - Fahrten außerhalb eines Radius von 75 Kilometern. Die Landesstraße bis Adelberg und hinunter nach Schorndorf, die keine Ortschaft belastet, ist nicht mit Einschränkungen belegt. Dr. Peter Zaar, Pressesprecher des Regierungspräsidiums, begründet das damit, dass auf dieser Strecke, bei der es sich eher um eine Querspange als um eine Schurwald-Querung handle, "so gut wie kein" Lkw-Durchfahrtsverkehr festgestellt worden sei. "Wir haben auch diese Straße gründlich untersucht und werden sie weiter im Auge behalten." Es gelte die Zusage des Regierungspräsidiums: "Wenn der Lkw-Verkehr auf der L 1147 durch Durchfahrtsverbote auf anderen Strecken signifikant steigen würde, werden wir nachsteuern."
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Autor: JÜRGEN SCHÄFER HELGE THIELE | 02.02.2012
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