Turnverein Birenbach am seidenen Faden

Birenbach.  Die Zukunft des Turnvereins Birenbach hängt am seidenen Faden: Alle drei Führungsämter sind vakant, Nachfolger sind noch immer nicht in Sicht.

Der scheidende Vereinsvorstand Joachim Heim und Bürgermeister Frank Ansorge sind in Sorge, dass der Verein aufgelöst werden muss, wenn sich nicht bis zum 10. Februar ein Vorsitzender findet. Sie senden einen dringenden SOS-Hilferuf an alle Mitglieder und Freunde des TV.

Warum finden sich unter 700 Vereinsmitgliedern keine drei Leute, die die vakanten Vorstandsposten besetzen wollen? "Diese Frage stelle ich mir jeden Tag", resigniert Heim, der den erfolgreichen Turnverein Birenbach seit drei Jahren im Alleingang leitet. Stellvertreter hat er nicht. Er ist mit seinen Kräften am Ende und muss sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Hauptversammlung am 10. Februar aufgeben. Er steht definitiv nicht zur Wiederwahl zur Verfügung.

"Den Leuten scheint der Ernst der Lage nicht klar zu sein", sagt Bürgermeister Ansorge, der Seite an Seite mit Heim seit geraumer Zeit für den Erhalt des Turnvereins kämpft. Alle Aufrufe und Veröffentlichungen haben bisher nichts genützt, auch auf den Infoabend im Januar hin habe sich niemand gemeldet. "Herr Heim kann nicht weiter machen. Wenn sich niemand für den Vorstand meldet, heißt das in letzter Konsequenz, dass der Verein aufgelöst wird. Das wäre für alle eine Katastrophe", betont Ansorge. Dabei steht der mehr als 120 Jahre alte Verein gut da: Die Finanzen sind in Ordnung, der Verein hat ein vielschichtiges Angebot, der Ausschuss und die einzelnen Sportabteilungen arbeiten prima zusammen. Alles funktioniere gut, man brauche sich eigentlich nur noch ins gemachte Nest zu setzen.

Der TV Birenbach ist mit 700 Mitgliedern der größte Verein in der 1900-Einwohner großen Schurwaldgemeinde. Selbst aus den Nachbargemeinden kommen viele zum Sport. Turnverein, Bürgermeister und Gemeinderat haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, verschiedentlich Leute persönlich angesprochen, aber alles ohne Erfolg. Hat man die falschen Leute angesprochen, wurden die Appelle nicht gehört, ist der Ernst der Lage nicht deutlich geworden? Auf die Veröffentlichung in der Zeitung setzt man jetzt alle Hoffnungen.

Dabei wünscht sich Heim nichts sehnlicher, als dass sich noch vor der Hauptversammlung am 10. Februar einige Leute melden und ihre Bereitschaft signalisieren, sich im Vorstand engagieren zu wollen, dann hätte er Hoffnung, dass es weiter geht.

Was er schulterte, will er niemandem zumuten. "Das ist zu viel Arbeit für eine Person." Er denkt an ein Dreier-Team und hat konkrete Vorstellungen für die Arbeitsaufteilung. Für diesen Fall wüsste er auch einen Kandidaten als Schriftführer.

Welche Voraussetzungen muss man für die Vorstandsarbeit mitbringen? Alter, Nationalität und Wohnsitz spielen keine Rolle. Man muss nur Mitglied im TV Birenbach sein oder werden, und der Verein muss einem am Herzen liegen, das ist schon alles. "Alles andere lässt sich doch lernen", meint Heim.


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Autor: SYLVIA NICKUS | 03.02.2012

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