Sieger: Bidlingmaier und Frey

Wangen/Albershausen.  Daniel Frey und Jochen Bidlingmaier heißen die künftigen Bürgermeister von Wangen und Albershausen. Während Bidlingmaier mit 83,3 Prozent einen Erdrutschsieg feierte, ging es in Wangen knapper her.

Erst um kurz vor 19 Uhr stand in Wangen das Wahlergebnis fest: Der CDU-Politiker Daniel Frey wird neuer Bürgermeister in der Schurwald-Gemeinde. Der 32-jährige Dürnauer holte 56,6 Prozent der Stimmen. Doch die eigentliche Überraschung des Wahlabends war der zweite Platz des Amtsinhabers Werner Stöckle. Obwohl sein Name gar nicht auf dem Stimmzettel stand, holte er 29,6 Prozent der Stimmen.

"Ich wüsste nicht, dass es so etwas schon mal gab", gab Stöckle, der aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Wahl angetreten war, zu Protokoll. "Das ist eine gewisse Wertschätzung gegenüber meiner bisherigen Arbeit", vermutet der Rathauschef, der seit mittlerweile 32 Jahren im Amt ist.

Trotz des Sieges von Frey im ersten Wahlgang war das Abschneiden des Schultes Gesprächsthema Nummer eins. "Ich bin überrascht, dass Stöckle so viele Stimmen geholt hat", sagte Kandidat Bernhard Wassenhoven, der ebenso wie seine Mitbewerber Matthias Dreikluft (4,5 Prozent) und Uwe Lange (1,3 Prozent) mit 3,2 Prozent unter ferner liefen rangierte. Wahlsieger Frey bewertete das Abschneiden Stöckles als Zeichen dessen guter Arbeit.

Die breite Unterstützung für den Amtsinhaber hatte im Dorf offenbar schon vor der Wahl die Runde gemacht. Er habe gehört, so Dreikluft, dass einige Bürger wegen der angeblich fehlenden Kompetenz der Kandidaten aus Protest angekündigt hatten, Stöckle zu wählen. Den Vorwurf, er sei für das Amt nicht geschaffen, wollte Frey nicht stehen lassen. "Ich habe viele Gespräche geführt mit den Bürgern, aber mangelnde Kompetenz ist mir nie vorgeworfen worden", sagte er.

Deutlich klarer sind die Verhältnisse in Albershausen. Es ist 18.32 Uhr, als der Albershäuser Bürgermeister Hermann Hering die Rathaustreppe erklimmt. Viel Mühe hat der Rathauschef in seiner Funktion als Wahlleiter nicht, um sich Gehör zu verschaffen. Tosender Applaus brandet im Rathausfoyer auf, als Hering verkündet: "Die Bürgermeisterwahl ist im ersten Wahlgang entschieden." 83,3 Prozent der Albershäuser Wähler haben sich für den jüngsten der fünf Kandidaten entschieden. 1668 von 2005 abgegebenen Stimmen konnte der 28 Jahre alte Jochen Bidlingmaier für sich verbuchen. Ein Ergebnis, das, dem Jubel nach zu urteilen, offenbar ganz im Sinne der vielen Bürger im Rathaus ist.

Für einen Moment scheint Jochen Bidlingmaier, der gemeinsam mit seiner Verlobten Tanja Herrmann im Foyer auf das Ergebnis gewartet hat, fassungslos. Erst als Hermann Hering einen Blumenstrauß überreicht, zeigt der Sieger ein Lächeln. "Ich bin leicht sprachlos", meint der künftige Bürgermeister, als er selbst auf der Treppe steht, um den Wählern zu danken. "Ich habe mit vielem gerechnet, aber nicht mit so einem deutlichen Ergebnis", meint der Diplom-Verwaltungswirt und persönliche Referent von Landrat Edgar Wolff. Ganz anders Wolffs Vorgänger und frühere Chef Bidlingmaiers, Franz Weber: "Natürlich habe ich das erwartet, weil ich ihn kenne", sagt Weber, der mit seiner Frau ebenso zum Gratulieren nach Albershausen gekommen ist wie der Uhinger Rathauschef Matthias Wittlinger und sein Stellvertreter Rainer Frey.

Ein winzig kleines Problem hat der strahlende Wahlsieger freilich an diesem Abend: "Ich habe keine Wahlparty organisiert." Da kann Hermann Hering behilflich sein: "Aber mir hens", erklärt der amtierende Schultes und lädt zum Sektumtrunk in den Sitzungssaal ein.


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: WOLFGANG KARCZEWSKI KARIN TUTAS | 08.02.2010

Google 1+

Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik

Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr

Neu-Ulmer Bordell-Chefin wehrt sich gegen Vorwürfe

Neu-Ulm Der in einem Neu-Ulmer Bordell aufgefundene Tote wird nicht obduziert. Die Polizei ist sicher: Der 36-Jährige starb durch einen autoerotischen Unfall. Derweil hat sich die Bordellchefin zu Wort gemeldet.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Hechinger Brandruinen qualmen noch

Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr

Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell

Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

Ein Raub der Flammen

So einen Brand wie gestern am frühen Abend haben die Hechinger mitten in der Altstadt schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen. Der Altbaukomplex an der Ecke Marktstraße/Schlossstraße wurde ein Raub der Flammen. Von vier Drehleitern aus schützten die Feuerwehren die Nachbargebäude.... mehr