Mit dem Raben auf die Pauke gehauen Kindertheaterwoche in Rechberghausen

Rechberghausen.  Um die Welt der Geräusche und Töne ging es bei der Geschichte um den kleinen Raben Theobald. Sandra Jankowski vom musikalischen Mitmachtheater Sturmvogel holte von Anfang an die Kinder mit ins Boot.

Also, klein ist Theobald eigentlich nicht. Und krächzen tut er auch nicht. Mit drolliger "Kleinjungenstimme" nimmt der große schwarze Rabe von Anfang an die komplette Bühne in Beschlag. Dabei ist er ständig auf der Suche nach allem, was Krach macht. Schaut man seine riesige Segelohren an, sieht man schon: Theobald liebt alle Töne und Klänge dieser Welt. Wie schön ist es doch, wenn Blätter rauschen, Indianer heulen, Regentropfen klatschen und Papa schnarcht. Und noch viel mehr Spaß macht es, selber ordentlich Kladderadatsch zu machen ... Doch nach Theobalds Küchendemolierung machen dessen Rabeneltern ihrem Namen alle Ehre und beschließen, die Geräusche-Sammlung ihres Sohnes in den Müll zu werfen. Tief enttäuscht macht sich daraufhin Theobald auf den Weg in den Dschungel, wo er auf den klugen Professor Fuzzi nebst friedlichen Drachen Fürchterlix trifft.

Wer in diesem Stück Ruhe sucht, war fehl am Platze. Denn wie es sich für ein gutes Mitmachtheater gehört, agierten die Kinder als Schlüsselfiguren und wurden ständig mit einbezogen. Nur schade, dass recht wenig Zuschauer den Weg in den Haug-Erkinger-Festsaal fanden und überdies der Nachwuchs zumindest am Anfang noch verhalten war. Dabei ging es doch recht turbulent zu. Die Jungen und Mädchen halfen Theobald beim Küchen-Rambazamba, ließen es regnen oder Frösche quaken, erzeugten das Meer und begleiteten den Wandervogel in sein Traumland, in dem per quietschbuntem Dschungeltelefon Wünsche erfüllt werden. Für ein paar Ängstliche war der Krach allerdings zu viel. Flugs räumten sie in den vorderen Reihen das Feld, um in Muttis Arme zu flüchten.

Doch der Rest war gefesselt von der Geschichte. Sandra Jankowski hüpfte wie ein Wirbelwind umher, absolvierte dabei die ulkigsten Bewegungen und mimte Erzähler, Schau- und Puppenspieler in einer Person. Auffallend war, dass sie bei allen Figuren viel Wert auf die Artikulation legte. Vor allem in der Rolle des Raben stellte die 40-jährige Reutlingerin oft mit deutlicher Betonung ihre Fragen ans Publikum.

Am Ende durfte der Nachwuchs Instrumente wie Trommeln, Klangschale, Didgeridoo, Glöckchen und vieles mehr nach Herzenslust ausprobieren. Ach, und ein glückliches Ende nahm die Geschichte natürlich auch. Nachdem der kleine Rabe Theobald seinem Papa sein Heimweh eingestand, entschuldigte sich dieser und war froh, seinen Sohn wieder bei sich zu haben.


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Autor: SABINE ACKERMANN | 31.08.2010

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