Mit Klarinette und Co. auf Schnupperkurs Ferienprogramm beim Musikverein Börtlingen

Börtlingen.  Wie es sich anfühlt, mit vollen Backen in eine Trompete zu blasen oder wie ein Rockstar Schlagzeug zu spielen, konnten Kinder beim Musikverein Börtlingen ausprobieren.

Ja was sind denn das für neue "Flötentöne" beim Musikverein Börtlingen? Haben die jetzt etwa das Spielen verlernt oder ist das gar so ein neumodischer Musikstil aus Amerika? Entwarnung! Denn für die ungewohnt schiefen Töne, die kürzlich aus dem Musikerheim klangen waren nämlich knapp ein Dutzend Kinder zuständig, die dank des Schülerferienprogramms mal sprichwörtlich einigen Profimusikern "den Marsch blasen" durften.

Derzeit befinden sich rund 17 Jugendliche in Ausbildung, gleichwohl ist jeder Neuling herzlich willkommen. "Das hier ist eine Piccoloflöte, da sind kleine schmale Finger sehr von Vorteil", demonstriert Karlheinz Rupp direkt am hölzernen Objekt. Bevor die Kinder allerdings selber auf den Musikgeräten "große Töne spuckten", gibt es zuerst ein wenig Theorie. Anschaulich erklärt der Kassier die extra bereitgestellten Instrumente und bringt dabei auch so manches zum Klingen.

"Die Sachen da hinten dürft ihr allerdings nicht ausprobieren. Da kostet allein das Original Kolberg-Glockenspiel über 3500 Euro", mahnt Andreas Schmidt zur Vorsicht der kostbaren Schätze. "Eine dementsprechend gute Tuba ist locker dreieinhalb mal so teuer. Wir legen nämlich bei unseren Instrumenten sehr viel Wert auf Qualität".

Sonja Schäfer (17) unterstützt mit ihrem Saxofon schon seit Jahren die Jugendkapelle und belegt an diesem Schnuppernachmittag mal kurz ihr Können. "Wäre das vielleicht etwas für mich"? Bevor der potenzielle Nachwuchs darüber richtig nachdenken kann, erfüllt ein durchdringender Ton den Raum. Holla die Waldfee, so klingt also ein Jagdhorn. Na, das geht doch noch lauter! Im oberen Stock des "Adolf Geiger Hauses" wird ein winziger Raum beinahe vollständig von einem betagteren Übungsschlagzeug ausgefüllt.

Adolf Geiger ist übrigens der Ehrenvorsitzende des Musikvereins und bekam anlässlich seines siebzigsten Geburtstags für 40 Jahre Treue in der Vorstandsschaft diese Namensnennung geschenkt. "Ich stopf mir lieber mal meine Finger in die Ohren", brüllt der sechsjährige Lars in weiser Voraussicht gegen den Lärm. Andreas Pittner (21) und Marcel Schmid (13), beide seit Jahren echte Drummer, stehen derweil schlagkräftig Rede und Antwort. Da möchte natürlich mal ein jeder auf die Pauke haun. Wie gut, dass der Musikverein vorsorglich an Schallschutz gedacht hat. Na dann, weiterhin auf gute Nachbarschaft.


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Autor: SABINE ACKERMANN | 02.09.2010

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