Mit Gästen aus Fernost
Rechberghausen. Das Mandolinenorchester Rechberghausen hatte jetzt Besuch aus Fernost. Die schwäbischjapanische Synthese war mehr als gelungen.
"Astrein", urteilte ein Besucher kurz und bündig über das eineinhalbstündige Spiel des Kataoka Mandolinen-Ensembles aus Tokio in Rechberghausen. Damit hatte er ganz gewiss recht: Die Musiker aus der fernen Megacity hatten nicht nur ein interessantes Programm mit drei Uraufführungen in den Haug-Erkinger-Saal mitgebracht, sondern sie spielten auch technisch ausgefeilt und dazu noch mit beeindruckendem Einfühlungsvermögen. Kurzum: Sie bestätigten aufs Beste alle Vorurteile, die man über japanische Musiker so pflegt.
Wie auch zuvor die Rechberghäuser Zupfinstrumenten-Kollegen, die sich für Scarlatti entschieden hatten, stiegen sie mit Barockmusik in ihren Part ein. Die schönen und unverwechselbaren Klänge Vivaldis klangen durch den Saal; die Ensemblemitglieder spielten differenziert und ausdrucksstark, und das Zusammenspiel mit Klaus Wuckelt gelang verständnisinnig und wie selbstverständlich. Besonders beeindruckend war das Andante, der zweite Satz, bei dem Wuckelts Lyra perfekt in das feine Mandolinen-Tremolo eingebettet war.
Naturgemäß waren die drei zeitgenössischen Stücke, die vor dem Rechberghäuser Publikum noch niemand zu hören bekommen hatte, ganz anders geartet. Bei betonten Rhythmen, harschen Tonsprüngen und Anleihen bei allen möglichen Musikkulturen der Welt konnten die Musiker ihr technisches Können voll ausspielen.
"Samurai" bot ihnen die Gelegenheit, die Möglichkeiten der Mandoline auszuloten, und mitunter wurde das Zupfinstrument dabei zum Schlagzeug.
Takashi Ochi wiederum, der früher einmal bei den Rechberghäusern spielte und die letzten Stücke dirigierte, widerlegte ein Stück weit das Vorurteil vom zurückhaltenden Japaner. Voller Elan und mit viel Witz wirbelte er das Konzertende durcheinander: Auf seine eigene Komposition folgten italienische Gefühle, russischer Schmiss und das gute alte "Der Mond ist aufgegangen", bei dem er das Publikum zum Mitsingen animierte.
So kamen die Zuhörer doch noch reichlich zu den Zugaben, die es nach dem anfänglichen Part des Rechberghäuser Mandolinenorchesters vergebens eingefordert hatte. Ein Extra schon vor der Pause ist zwar nicht gerade üblich, aber verständlich war der Wunsch nach "Mehr" schon, denn wie immer boten die Rechberghäuser Musiker technisches Können und Ausdrucksstärke. Im beeindruckenden Duett von Thekla Mattischek und Utz Grimminger beweis sich dies noch einmal mehr.
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
Autor: URSULA BÖTTCHER | 01.06.2010
| Artikel twittern |
|
|
Einstieg mit Scarlatti: Die erste Hälfte des Mandolinenkonzertes in Rechberghausen bestritten am Sonntag die Gastgeber selbst, nach der Pause traten die japanischen Gäste auf. Foto: Staufenpress
MEISTGELESENE ARTIKEL
Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik
Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr
Inferno in der Hechinger Altstadt
Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte am Montagabend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr
Inferno in der Hechinger Altstadt
Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr
Hechinger Brandruinen qualmen noch
Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr
Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell
Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

ZURÜCK
