Korb fürs Streuobstparadies
Wäschenbeuren. Wäschenbeuren will nicht Mitglied im Verein "Schwäbisches Streuobstparadies" werden. Der Gemeinderat findet das unnötig und verweist darauf, dass die Schurwaldgemeinde viel für den Streuobstbau leiste.
"Der Gedanke zu einem Zusammenschluss ist sicherlich sehr sinnvoll", erklärte Schultes Karl Vesenmaier bei der Beratung im Gemeinderat. Er führte jedoch den bürokratischen Aufwand vor Augen, der entstünde, wenn neben den Landkreisen auch noch die zugehörigen Städte und Gemeinden die Mitgliedschaft beantragten. Vielmehr sei es daher denkbar, dass sich die Landratsämter zusammenschließen und auf diesem Weg die Interessen ihrer Gemeinden vertreten würden.
Die Ratsrunde schloss sich dieser Meinung an. Die Gemeinde solle den geplanten Mitgliedsbeitrag von 1000 Euro der Streuobstförderung vor Ort zukommen lassen, erklärte Peter Schührer (SPD). Auch Manfred Weber (Freie Wähler) und Erich Hieber (CDU) vertraten diese Auffassung. Zur Sprache kamen dabei auch die Maßnahmen, welche die Gemeinde zur Förderung des Streuobstbaus seit etlichen Jahren umsetzt. Anlässlich eines Antrags des langjährigen Gemeinderats Erich Hieber betreibt die Kommune nämlich bereits seit 1987 intensive Streuobstförderung. Im Rahmen dieser Förderung wurden bislang sage und schreibe 200 000 Euro an "Gütlesbesitzer" ausbezahlt.
Pro Jahr erhalten Baumeigentümer, die entsprechende Bestände außerorts besitzen, drei Euro je Baum. Daran sind gewisse Voraussetzungen geknüpft. Neben dieser Baumprämie können von der Verwaltung auch immer wieder einmal sehr günstige Obst- und Walnussbäume erworben werden und es finden auch verschiedene Aktionen rund um den Streuobstbau statt. So ist für diesen Herbst wieder die Obstpressaktion eingeplant, und am 19. März soll in Kooperation mit dem örtlichen Obst- und Gartenbauverein ab 19 Uhr in der Bürenhalle ein Streuobstabend mit interessantem Impulsvortrag, Diskussionsrunde und einem anschließenden Imbiss stattfinden. Als Referent sei dabei Rainer Klingler, der Obst- und Gartenbauberater des Landkreises, vorgesehen.
"Die Streuobstwiesen zwischen Alb und Neckar bilden eine der größten zusammenhängenden Streuobstlandschaften in ganz Europa", heißt es gar in dem Satzungsentwurf des Vereins "Schwäbisches Streuobstparadies", der aktuell neu gegründet wird und die Erhaltung und Vermarktung des Streuobstgebiets zwischen Alb und Neckar zum Ziel hat.
Geplant ist, dass das Vereinsgebiet die Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Reutlingen, Tübingen und den Zollernalb-Kreis umfasst. Der Verein zielt auf eine Zusammenführung der beiden bestehenden Initiativen "Streuobstland" und "Schwäbische Streuobstrouten". Der Kreis Göppingen hat eine Mitgliedsbereitschaft unter der Voraussetzung signalisiert, dass zusätzlich mindestens vier Kreiskommunen dem Verein beitreten.
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Autor: NADJA KIENLE | 03.02.2012
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