Keine Angst vor dem Mittelalter

Adelberg.  Ein bisschen zurückgezuckt sind die Bewohner des Adelberger Klosterhofs, als sie von den Ritterspiele-Plänen vor ihrer Haustür hörten. Veranstalter Kai Michael Mader will ihnen die Besorgnis nehmen.

Keine schnaubenden Rösser und kein Kampfeslärm sollen das 1. Adelberger Klosterspektakel beherrschen, das im Mai kommenden Jahres steigen soll. Das versichert Kai Michael Mader aus Rechberghausen, der sich für dieses Mittelalter-Event bei der Gemeinde beworben hat. Er wolle vielmehr das bunte, authentische und ungemein interessante Mittelalter im Klosterhof inszenieren und das Publikum auf eine Zeitreise mitnehmen. Heerlager und historischer Handwerkermarkt sollen Einblick in das Denken des Mittelalters geben. Dazu gehöre zwar auch mal ein Schaukampf mit Schwert, aber nur als Einlage hier und da, eingestreut in eine vielfältige Szenerie. Authentisch heiße auch: "Es gibt keinerlei Beschallung, kein Mikrophon", sagt Mader.

Von diesem "kulturellen Höhepunkt in der Region Stuttgart" will er nun die Klosterbewohner überzeugen. Denn von ihrer Zustimmung hängt es ab, ob er grünes Licht bekommt. Daran liegt ihm viel. Mader ist noch neu in der Szene der Mittelalter-Veranstalter und will im Adelberger Klosterhof sein "Meisterstück" machen. Bisher hat er nur mal auf dem Rechberg ein Mittelaltermahl veranstaltet.

Ein Neuling ist Mader aber auch nicht. Er gehört zu einer Mittelaltergruppe, den "Veluptes Tectorum" aus Kirchheim/Teck, den "Verrückten der Teck". In deren Reihen ist er der Graf Ulrich I. von Rechberg, der Gründer des Dorfes Rechberghausen. Und er interessiert sich ganz gezielt für das Kloster Adelberg: "Hier wurde ein sehr wichtiger Teil der Staufergeschichte gelebt. Ein Vetter Barbarossas hat es begründet, der Kaiser selbst ist zur Gründung gekommen."

Die spirituelle Atmosphäre des Klosters würde er in das Klosterspektakel einbauen. Mader wünscht sich einen Gottesdienst in der Ulrichskapelle, auch eine Lagermesse mit einem Ritterorden schwebt ihm vor. Für das Heerlager würde er 16 Gruppen anschreiben, für den Mittelaltermarkt etwa 15 Händler und Handwerker. Das reicht dann vom Wollspinnen bis zum Buchdrucken. Und die Gruppen selbst sollen die Entwicklung des Mittelalters vom 10. bis 13. Jahrhundert repräsentieren. An Auswahl dazu fehlt es nicht. Mindestens zehn Gruppen gibt es allein im näheren Umkreis, weiß er. Wichtig ist ihm: Die müssen historisch getreu auftreten, ohne "Fantasieklamotten" und moderne Zelte.

Info Morgen um 19.30 Uhr lädt Mader die Klosterbewohner und Bürger aus dem Ort zu einem Informationsabend im Klosterstüble ein.


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Autor: JÜRGEN SCHÄFER | 31.08.2010

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