Hunde dürfen auf die Runde

Rechberghausen.  Hunde dürfen künftig nur noch auf der Hungerboller Runde in Rechberghausen Gassi gehen. Der eingezäunte Bereich des Landschaftsparks ist tabu.

Nach monatelangen Diskussionen hat sich der Rechberghäuser Gemeinderat auf eine Lösung in der Hundefrage verständigt: Eine neu erlassene Polizeiverordnung schreibt vor, dass die Vierbeiner den Landschaftspark Grüne Mitte, das ehemalige Gartenschaugelände, nicht mehr betreten dürfen. Eine Ausnahme stellt die Hungerboller Runde dar. Das ist der Weg um den Aussichtsturm herum im äußeren Bereich des Landschaftsparks. Im gesamten Bereich herrscht Leinenzwang. Auch hier gibt es eine Ausnahme: Der Leinenzwang gilt nicht für Blinden- und Therapiehunde.

Die Entscheidung über den Erlass der neuen Polizeiverordnung war einstimmig - nach den kontrovers geführten Diskussionen in den vergangenen Monaten ein überraschendes Ergebnis. Mit diesem Resultat könnten alle leben, hieß es im Gemeinderat - nur eine Gruppe nicht: "Was ist mit Familien mit Kindern, die einen Hund haben? Dürfen die dann nicht auf den Spielplatz?", fragte Gudrun Ramm (Unabhängige Bürger). Sie halte die angestrebte Lösung für "völlig unrealistisch". Bürgermeister Reiner Ruf machte deutlich, dass kein Hund etwas auf dem Spielplatz zu suchen habe. "Ich möchte nicht, dass Spielplätze verkotet werden."

Sowohl Ruf als auch Gemeinderat Thomas Möck (SPD) sahen ein viel gravierenderes Problem: Wer kontrolliert die Einhaltung der Verordnung? Martina Zeller-Mühleis (Grüne) plädierte dafür, den Hundebesitzern einen Vertrauensvorschuss zu geben. Bei Vergehen greife hoffentlich die soziale Kontrolle, meinte sie. Markus Malcher (Unabhängige Bürger) machte sich dafür stark, möglichst wenig bis gar nichts zu reglementieren und dann abzuwarten, wie sich die Situation entwickle. Was für die Hunde gilt, soll auch für die Radler Gültigkeit haben: Auch sie dürfen nur auf der Hungerboller Runde fahren.

Ursprünglich wollte die Rechberghäuser Gemeindeverwaltung mit Zustimmung des Gemeinderats eine spezielle Parkordnung für das ehemalige Gartenschaugelände erlassen, doch nach Rücksprache mit dem Gemeindetag reicht eine Polizeiverordnung aus. Die alte Polizeiverordnung stammt aus dem Jahre 2002.

Die Hundedebatte hatte im November begonnen, als Ruf sich im Mitteilungsblatt für ein Hundeverbot im Kernbereich des Landschaftsparks ausgesprochen hatte. Diese Auffassung vertraten auch Helmuth Hofbauer (CDU) und der damalige Hauptamtsleiter Matthias Heim. Zahlreiche Hundebesitzer waren jedoch ganz anderer Meinung.

Die Diskussion um das Hundeverbot hielt auch Einzug in die Fasnet: Beim Rathaussturm verkleideten sich die Gemeinderäte als Hunde. Schultes Ruf stellte den Königspudel dar. Selbstredend waren alle angeleint. Dafür sorgten die Hästräger der Narrenzunft Furchenrutscher. Auch das Aschermittwochsorganisationskomitee (Amok) widmete sich diesem Thema. Im Kreisel auf der B 297 stellten die Amok-Mitglieder ein Plakat mit der Aufschrift "1. Hunde Pissness-Park im Kreis" auf. Darunter waren zwei Kinder und ein Hund zu sehen, der gerade sein Geschäftchen macht.


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Autor: WOLFGANG KARCZEWSKI | 06.03.2010

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