Historischer Tag

Wangen.  Was lange währt: Nach zähem und jahrelangem Ringen fiel in Wangen der Startschuss für das Gewerbegebiet "Haieräcker III". Dort wird sich ein Lebensmittelmarkt ansiedeln.

"Ein historisch bedeutsamer Tag für die Gemeinde Wangen", das war der Montag in den Augen von Landrat Edgar Wolff. Kann die Schurwaldgemeinde doch endlich das lange angestrebte Gewerbegebiet "Haieräcker III" realisieren.

Der Landrat war zum Spatenstich extra angereist - angesichts der Witterung praktischer Weise in Gummistiefeln. Lange sei für das Gebiet gekämpft worden, das "einem modernen Lebensmittel- und Getränkemarkt Platz bietet und die örtliche Nahversorgung mit einem hochwertigen Angebot sichert".

Nicht nur Wolff freute sich, gemeinsam mit zahlreichen Gemeinderäten und Wangenern betonte Bürgermeister Daniel Frey: "Der heutige Tag ist ein wichtiger Tag für die Zukunftsfähigkeit unserer Gemeinde". Denn "mit dem Spatenstich schaffen wir die Grundlage dafür, dass der Standort Wangen weiter gestärkt werden kann", so ein strahlender Rathauschef, der das Gewerbegebiet im Verbund sieht mit dem Bau des Kinderhauses und der neuen Gestaltung der Ortsmitte. Alle drei seien "unter dem Gesichtspunkt des demographischen Wandels von größter Bedeutung".

Das neue Gewerbegebiet werde zu den bestehenden gut 700 Arbeitsplätzen weitere schaffen, mit ihm sei eine Straße gebaut worden, "auf der die nächste Generation fahren wird". Der Schultes betonte auch, dass das bestehende mit dem neuen Gewerbegebiet verbunden werde und durch seine Anbindung an die Faurndauer Straße "die Anwohner im Wohngebiet Hanglich entlastet werden".

Landrat Edgar Wolff erinnerte daran, dass die Kommune seit 2003 für das Gewerbegebiet gekämpft habe und "eine strittige Vorgeschichte hat". Stießen doch "unterschiedliche kommunale Interessen aufeinander", sprachen sich der Verband Region Stuttgart (VRS) und die Nachbarstadt Göppingen vehement gegen den neuen Lebensmittelmarkt aus. Die Region lehnte einen Lebensmittelmarkt auf der grünen Wiese ab, weil der in die Ortsmitte gehöre, und die Stadt Göppingen befürchtete einen Kaufkraftverlust für Faurndau. Die Gemeinde Wangen konnte sich aber mit einem Genehmigungsverfahren unter Federführung des Regierungspräsidiums durchsetzen.

Wolff äußerte Verständnis für das Bestreben des VRS, "die Ortskerne zu stärken". Wenn dies nicht umsetzbar sei, "müssen Alternativen möglich sein".

Die "wichtigen Investitionen der Gemeinde und des Investors" sind für den Landrat "ein wichtiges und positives Signal". Bevor er "schwäbisch-bodenständig", so Frey, ein Tässchen Kaffee trinken konnte, schritt Wolff gemeinsam mit dem Schultes und dem Bauleiter Rolf Müller und dem Bauunternehmer Joachim Eichele zur Tat: Dank des Dauerregens war der Boden aufgeweicht, der Spatenstich so keine schweißtreibende Angelegenheit.


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Autor: MARGIT HAAS | 01.09.2010

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