Hermann wird Adelberg verlassen

Adelberg.  Einen Tag nach seiner verheerenden Wahlniederlage sitzt der Schock bei Adelbergs Schultes Wolf-Dieter Hermann noch immer tief. Gestern kündigte er an, mit seiner Familie aus Adelberg fortzuziehen.

Eines steht für Wolf-Dieter Hermann fest: "Ich werde nie wieder ein Wahlamt übernehmen." Bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag war der Adelberger Rathauschef von seiner Herausforderin Carmen Marquardt deutlich geschlagen worden.

"Das Ergebnis ist noch immer nicht bei mir angekommen", sagte ein konsternierter Hermann gestern. Er rätsle gerade noch, warum die Wahl so ausgegangen ist. "Fest steht, dass die Leute mich mit deutlicher Mehrheit abgewählt haben", stellte er nüchtern fest. "Und jeder Wähler weiß, warum er das getan hat." Gestern war der scheidende Schultes damit beschäftigt, sein Büro aufzuräumen. Sobald wie möglich möchte er seinen Resturlaub von 100 Tagen abbauen.

Über seine berufliche Zukunft hat sich Hermann noch keine Gedanken gemacht. Im Privaten sieht es etwas anders aus: "Ich gehe davon aus, dass wir irgendwann fortziehen. Das ist relativ sicher", sagte er gestern.

Nicht nur Hermann und seine Familie, sondern auch seine Kollegen aus Börtlingen, Birenbach und Rechberghausen waren nach der deutlichen Niederlage des 54-Jährigen geschockt. Börtlingens Schultes Franz Wenka sagte, dass ihn die Wahlpleite Hermanns persönlich mitgenommen habe. "Eine so drastische Abwahl hat er nicht verdient", sagte er. Rechberghausens Schultes Reiner Ruf bezeichnete den Ausgang der Wahl als völlig unverständlich und nicht nachvollziehbar.

Die Reaktionen der Adelberger Gemeinderäte waren reserviert. Man habe "mit einer starken Frau Marquardt gerechnet", erklärte Wahlleiter und Bürgermeister-Stellvertreter Robert Tischer. Jetzt müsse man sehen, dass sie sich schnell in der Verwaltung einarbeitet. "Wir haben viele Aufgaben vor uns. Mit einem Verwaltungsmann haben wir uns hier leichter getan", sagte er. Von Seiten der Verwaltung könnte es kleinere Probleme für die nahe Zukunft geben, glaubt Tischer. Allerdings stellte er klar, dass der Gemeinderat nicht gegen die neue Bürgermeisterin eingestellt sei. Im Vorfeld der Wahl hatte es Irritationen gegeben, weil Carmen Marquardt gesagt hatte, dass der Gemeinderat nicht mit ihr sprechen wollte.


Kommentare (2)

18.03.2010 08:12 Uhr |   unbekannt

Gosch halten ?

Wir leben in einer Demokratie ! Deshalb gilt: Man darf / sollte / muss sei Gosch öffentlich aufmacha !
Für Adelberger Verhältnisse leider zu selten ! Die Adelberger
waren und sind im zweiten Glied bzw. im Hintergrund schon immer stärker !
18.03.2010 01:23 Uhr |   unbekannt

Wahl in Adelberg

Leben wir in einer Demokratie? Muss man für seine Entscheidungen gerade stehen? Das können wir mit einem "JA" beantworten oder besser gesagt wählen.
Ein Schock in Börtlingen, Rechberghausen. Gestandene Männer sind in Ihren Grundfesten erschüttert? Wow. Könnte es darin liegen das Sie nicht in Adelberg leben? Das Sie nicht wissen was in unserem beschaulichen Gemeindeleben vor sich geht? Sie Weltfremd sind?
Als Adelberger kann man das mit einem sehr deutlichem "JA" beantworten.
Wahl , Abwahl das ist doch egal. Eine Gemeinde hat sich entschieden! Warum hat sie sich so entschieden?
Weil wir in diesem schönen Ort leben.
Nicht in Rechberghausen und nicht in Börtlingen.
Wir kommentieren nicht die "Amtsgeschäfte" in den angrenzenden Gemeinden und auch nicht die demokratischen Wahlen der dort lebenden Bevölkerung.
Was lernen wir. Gosch halten.

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Autor: WOLFGANG KARCZEWSKI | 16.03.2010

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