Die mutige Suche nach der Wahrheit

Adelberg.  Ein neues Bild des Astronomen Johannes Kepler zeichnete der Mathematik-Professor Evgeny Spodarev bei einem Vortrag in der Ulrichskapelle des Klosters Adelberg.

Als ehemaliger Schüler der Adelberger Klosterschule nimmt Johannes Kepler in der Geschichte des Klosters Adelberg einen bedeutenden Platz ein. In seinem Vortrag "Der unbekannte Kepler - Astrologe, Astronom, Philosoph und Wegbereiter" ging Professor Dr. Evgeny Spodarev, der an der Universität Ulm das Institut für Stochastik (Wahrscheinlichkeitsrechnungen) leitet, auf wenig beachtete Aspekte im Leben und Werk des berühmten Astronomen ein.

Spodarev verdeutlichte Keplers "Weltharmonie" mit einem Musikstück, in dem Keplers Auffassung von der Bewegung der Planeten akustisch umgesetzt wurde. Kepler sei ein sehr vielseitig denkender Naturphilosoph gewesen, obgleich er der Nachwelt durch seine Planetengesetze bekannt sei. Diese Gesetze würden aber nur einen "winzig kleinen" Teil seines Weltbildes darstellen. Nur durch sein Genie sei Kepler in der Lage gewesen, die Planetengesetze zu berechnen, denn er sei stark kurzsichtig und durch eine Blattern-Erkrankung fast blind gewesen.

Kepler sei auch ein Mystiker gewesen, für den der Weg des Wissens in erster Linie einen Weg zu Gott darstellte, führte Spodarev aus. Die Naturwissenschaft stellte für ihn lediglich ein Mittel zur Erhebung des Geistes dar, sie habe daher in erster Linie dem Menschen zu dienen. Im Mittelpunkt von Keplers Leben habe stets die mutige Suche nach der Wahrheit gestanden. Der Astronom sei zudem fest davon überzeugt gewesen, dass die Erde ein lebendiges Wesen sei, das eine Seele habe, erkranken oder auch zornig werden könne. Als Wissenschaftler ging er davon aus, dass Sinneseindrücke den Menschen eine Scheinrealität vermitteln, die zerstört werden müsse.

Keplers Leben sei nicht nur in gesundheitlicher Hinsicht schwer gewesen, berichtete der Mathematiker aus Ulm. Im 30-jährigen Krieg habe er es schwer gehabt. Sein Naturell habe es ihm aber erlaubt, geistig stets hellwach zu sein und sein Leben freudig zu gestalten. In der Kriegszeit hatte er unter unsteten Einkünften, aber auch unter Konflikten mit der Kirche zu leiden. Professor Spodarev ging auch auf den schulischen und beruflichen Werdegang Keplers ein, der eigentlich Pfarrer werden wollte. Da er die Konkordienformel nicht unterschreiben wollte, entschied er sich für den harten Weg, sich als Mathematiker und Astronom seinen Lebensunterhalt verdienen zu müssen.


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: CHRISTA HERMANN | 10.03.2011

Google 1+
Voith Paper Technology Center

Voith Paper baut in Heidenheim 280 Stellen ab

Der Schnitt war angekündigt, fiel aber offenbar härter aus als erwartet: Angesichts drastischer Einbrüche am Markt für grafische Papiere will Voith Paper in Deutschland und Österreich über 700 seiner 2800 Stellen streichen.... mehr
Schwerer Unfall bei Brenz

Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz

Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr

Schulbus durchbricht Leitplanke und kippt um

Burgrieden/Rot Der Fahrer eines mit elf Schülern besetzten Schulbuses ist am Donnerstagmittag von der Straße abgekommen, durch eine Leitplanke gebrochen und anschließend im Graben auf die Seite gekippt. Ein Großaufgebot an örtlichen und überregionalen Kräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei musste zum Einsatz anrücken.... mehr

Feuer bei Firma Knittel in Vöhringen

Vöhringen In dem Abfallentsorgungsbetrieb Knittel in Vöhringen ist am Donnerstag ein Großbrand ausgebrochen. Plastikmüll und Altpapier standen in Flammen.... mehr

Amok-Alarm an Schule in Memmingen - Fahndung nach Täter läuft

Memmingen Amok-Alarm hat am Dienstagnachmittag ein 15-jähriger Schüler der achten Klasse in Memmingen (Bayern) ausgelöst. Der Junge hatte die Lindenschule, eine Grund- und Hauptschule, mit zwei scharfen Waffen betreten und mehrere Personen bedroht. Auch ein Schuss fiel.... mehr

Amok-Alarm an Memminger Schule: Waffen gehören dem Vater

Memmingen Die Waffen des 14-jährigen Schützen aus Memmingen gehören dessen Vater. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch als Ergebnis erster Ermittlungen zu dem Amokalarm mit. Der Vater sei ein Sportschütze.... mehr