Der Umzug als große Party
Besucheransturm in Rechberghausen: Trotz klirrender Kälte lockte der 27. Faschingsumzug gestern die Massen. Die Narren haben im Ort kräftig gefeiert.
Autor: NADJA KIENLE |Der Umzug am Faschingsdienstag hat in Rechberghausen eine lange Tradition: "Er wurde ursprünglich vom Kultur- und Sportkreis ins Leben gerufen", erzählt der Zunftpräsident der Furchenrutscher, Rolf Lennartz. Alljährlich lockt der "Rommzug" die Besucher. Gestern war der Ansturm besonders groß: Trotz frostiger Temperaturen standen viele junge und ältere Fasnetsfans dicht gedrängt und gut gelaunt an der Umzugsstrecke. 35 Gruppen mit insgesamt rund 900 Umzugsteilnehmern zogen dieses Jahr die Blicke der Zuschauer auf sich. Zu sehen gab es wieder allerhand: Neben der Narrenzunft der Furchenrutscher nahmen viele weitere örtliche Gruppen teil, wie zum Beispiel die Kindergärten: Unter dem Motto "Schneeflöckchen, Weißröckchen" wirbelten die Kinder des katholischen Kindergartens als Schneeflocken durch die Straßen und die Kinder des Gemeindekindergartens hatten sich in "Pippi Langstrumpf" verwandelt. Die Kleinen des evangelischen Kindergartens waren als lustige Bauarbeiter kostümiert und symbolisierten mit ihrem Schild "Rechberghausen im Baurausch" die aktuelle Bauentwicklung in der Gemeinde. Diesem Thema hatten sich auch die Jugendlichen des "Bauwagens Oberhausen" verschrieben. Auf einem lustigen Wagen und in Verkleidung waren allerdings auch der Gemeinderat und Schultes Reiner Ruf unterwegs, welche die neuen Bauwerke - mit Supermarkt und Schlossgalerie - rund ums Rathaus kurzerhand zur "Unesco-Architektur" krönten und zugleich versprachen, dass "Einkaufstempel und Gastronomie zu neuer Lebenslust" führen würden.
Für Gaudi und Schabernack sorgten auch die vielen anderen Umzugsgruppen aus Nah und Fern, so dass sich die Zuschauer nicht nur in Konfetti-Wolken und Bonbon-Regen wiederfanden, sondern so mancher Besucher beispielsweise auch im drehbaren kleinen Käfig der Narrenzunft Althengstett eingesperrt und entführt wurde. Die Althengstetter Narren waren eigens aus der Nähe von Calw angereist.
Ein richtiger Hingucker war auch der Faschingswagen "Engel/Spitzenberger", der seit einigen Jahren mit von der Partie ist und mit seiner antiken Küchen- und Wohnzimmer-Deko auf die urige Besenwirtschaft der Familie Engel aus Birenbach aufmerksam macht.
Aber auch die Zuschauer am Straßenrand hatten sich kostümiert: Zu bestaunen gab es neben Clowns, Piraten und Hexen unter anderem auch gelbe Uhu-Klebetuben. Eine fröhliche Frauengruppe hatte sich als "Schorle-Flaschen" verkleidet. Jedes Jahr dabei ist eine Jungen-Clique aus der Gemeinde, die dieses Jahr als Dirndl-Mädels und Superman den Umzug verfolgten: "Uns gefällt einfach die gute Stimmung und wir treffen viele Leute beim Umzug", erzählen sie.
Nach dem Umzug wurde an den Ständen der örtlichen Vereine gemeinsam geplaudert - und fröhlich weiter gefeiert. Auch im Schlosskeller und im Festzelt hinter dem Rathaus ging die Party weiter.




