Aus für das Montemaris
Adelberg. Schotten dicht beim Montemaris: Der Adelberger Gemeinderat hat am Donnerstagabend beschlossen, die gesamte Anlage vorübergehend stillzulegen. Der Campingplatz ist von der Schließung nicht betroffen.
Das Adelberger Wellenhallenbad hat bereits seit knapp anderthalb Jahren geschlossen. Jetzt ereilt die ebenfalls zur Gesamtanlage gehörende Sauna das gleiche Schicksal. Der Gemeinderat beschloss jetzt, das Montemaris komplett zu schließen - allerdings nur vorübergehend. Letzter Öffnungstag ist der morgige Sonntag.
"Wir mussten so schnell wie möglich handeln, sonst wäre uns noch mehr Geld verloren gegangen", sagte die neue Bürgermeisterin Carmen Marquardt. Mit seiner Entscheidung stimmte der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung zu. Nur Jochen Cammerer enthielt sich der Stimme.
Bereits im Februar hatte die Verwaltung dem Bürgerparlament das vorläufige Rechnungsergebnis für das Jahr 2009 vorgelegt. Diese Zahlen waren alles andere als gut: Trotz der ein Jahr zuvor vollzogenen Schließung des Wellenhallenbades wies das Zahlenwerk einen Deckungsfehlbetrag von gut 650 000 Euro aus. Damit lag man erneut deutlich über dem Planansatz von 320 000 Euro. "Die Schließung des Bades hat finanziell nicht den gewünschten Erfolg gebracht", resümierte die Rathauschefin. Auch künftig sei mit keiner deutlichen Verbesserung zu rechnen. Derzeit gehe man von einem monatlichen, nicht gedeckten Fehlbetrag von 25 000 Euro aus.
Eine endgültige Schließung komme für die Gemeinde jedoch nicht in Frage, so Carmen Marquardt: Adelberg hatte für die Modernisierung des Bades einen Landeszuschuss in Höhe von mehr als 300 000 Euro bekommen. "Voraussetzung für diesen Zuschuss war jedoch, dass die Anlage mindestens 25 Jahre für touristische Zwecke genutzt wird", erklärt die Bürgermeisterin. Wenn man die Anlage jetzt schließen würde, müsste die Gemeinde noch rund 230 000 Euro an das Land zurückzahlen. Bei einer nur vorübergehenden Stilllegung habe das Regierungspräsidium als zuständige Behörde eine "flexible Behandlung" zugesagt, so Carmen Marquardt.
Die Diskussion im Gemeinderat über das Wohl und Wehe des Montemaris war kurz und sachlich. Nachdem sich die Kommunalpolitiker einige Minuten lang über steuerliche Fragen den Kopf zerbrochen hatten, redete Peter Regelmann Tacheles: "Im Moment machen wir mehr kaputt als wir wollen. Wir müssen die Anlage so schnell wie möglich schließen. Wir müssen Geld sparen", betonte er. Steuerliche Fragen stellten sich für ihn derzeit nicht, da man noch kein Konzept für die weitere Nutzung habe. Daher führe man nur eine Schattendiskussion. Parallel zum Beschluss, das Montemaris vorübergehend stillzulegen, wurde der Vertrag mit dem Betreiber Vitaparc zum 30. September gekündigt. Laut Carmen Marquardt wird die Stuttgarter Firma auch die Abwicklung der Anlage übernehmen. Bereits gekaufte Saunakarten können an einem bestimmten Rückzahltag, der noch terminiert wird, zurückgegeben werden.
Der Campingplatz ist von der Schließung nicht betroffen.
Wie es mit dem Montemaris nun weitergeht, steht in den Sternen. Wie lange die Gesamtanlage geschlossen bleibt, ist offen. "Ein Zeitplan steht noch nicht fest", sagte Carmen Marquardt gestern gegenüber der NWZ.
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Autor: WOLFGANG KARCZEWSKI | 26.06.2010
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Kommentare (5)
Aus für das Montemaris
Wir waren im Juni das erste und leider auch das einzige Mal im Montemaris in der Sauna. Es hat uns sehr gut gefallen, an diesem Tag haben wir uns sehr gut erholt, gut gegessen und wir haben uns sehr wohl gefühlt. Gerne wären wir wieder gekommen. Leider ist das Montemaris jetzt zu. Sollte es doch wieder geöffnet werden kommen wir wieder. Diese Sauna hat ein ganz besonders Ambiente und nette Mitarbeiter. SchadeAus für das Montemaris
Wir sind nur einmal im Montemaris in der Sauna gewesen und uns hat es sofort gefallen. Klein aber fein und vor allem sehr ruhig. Wir haben uns an diesem Tag sehr gut erholt und haben uns sehr Wohl gefühlt und wir wären sehr gerne wieder gekommen. SchadeMontemaris
Ich verstehe nicht wie man solche eine schöne Anlage hat schließen können. Hat sich mal einer Gedanken gemacht was aus all den Angestellten wird? Das Montemaris war für viele wie eine 2.Heimat. Mit Leib und Sehle gaben sie sich ihrer Arbeitsstätte.Ich bin eine dieser nun Arbeitsloser itarbeiter und fand es unerhört. Ich hoffe nur das man schnell merkt was da für ein Fehler begengen wurde.