Aus für Freilichtspiele 2010
Adelberg. Dieses Jahr wird es keine Freilichtspiele im Kloster Adelberg geben. Der Kultur- und Kunstverein hat die Veranstaltung abgesagt. Zuvor war dessen Vorsitzender, Schultes Wolf-Dieter Hermann, zurückgetreten.
Zwei Konzerte, zwei bekannte Jugendbücher in Bühnenfassung, ein Theaterklassiker: Das Programm für die 33. Auflage der Freilichtspiele Adelberg steht schon seit Monaten fest. Doch am Mittwochabend platzte die Bombe: Bei der Hauptversammlung des Kultur- und Kunstvereins haben die Mitglieder die traditionelle Veranstaltung einstimmig abgesagt. Bereits am Montag hatte der tags zuvor abgewählte Bürgermeister Wolf-Dieter Hermann seinen Rücktritt als Vorsitzender bekannt gegeben. Laut Satzung ist der Adelberger Schultes qua Amt auch der Vereinsvorsitzende. Hermann war bisher auch für die organisatorische Leitung der Freilichtspiele verantwortlich.
Nach dem Rücktritt und der Abwahl Hermanns seien laut Willy Stähle, Kassierer des Kultur- und Kunstvereins, sechs, sieben Mitglieder aus dem Verein ausgetreten. Außerdem seien "vier bis fünf tragende Säulen", die bei den vergangenen Festspielen neben Hermann die meisten organisatorischen Arbeiten erledigt hatten, ebenfalls nicht mehr bereit mitzuhelfen. Dies hänge mit der Wahlniederlage Hermanns und seinem Rücktritt als Vereinsvorsitzender zusammen, ist Stähle überzeugt.
"Uns fehlen einfach die Mitarbeiter. Deshalb mussten wir die Freilichtspiele aus organisatorischen Gründen absagen", erklärt Stähle, der die Sitzung am Mittwochabend geleitet hatte, weil sowohl Hermann als auch sein Stellvertreter nicht zugegen waren. "Schon bisher war es nur unter Mitarbeit aller aktiven Vereinsmitglieder möglich, die Freilichtspiele durchzuführen", heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins, dem derzeit rund 60 Mitglieder angehören.
Ausdrücklich betont Stähle, dass die Spiele nur für dieses Jahr ausgesetzt seien. "Ich befürchte allerdings, dass es endgültig vorbei ist", meint er resigniert.
Jetzt versucht der Verein, aus den Verträgen mit den Künstlern herauszukommen. Drei Verträge, die mit insgesamt 11 000 Euro dotiert sind, waren bereits schriftlich fixiert, die anderen beiden nur mündlich, erklärt Stähle. Wenn es schlecht läuft, müsse der Verein rund 30 000 Euro zahlen, so Stähle. "Das wäre dann das gesamte Kapital des Vereins." Außerdem gab es laut Stähle bereits 40 bis 50 Kartenvorbestellungen. Diese Leute werden jetzt nach und nach angerufen.
In der Hauptversammlung wurde auch über eine Satzungsänderung diskutiert. Im Zentrum stand die Frage, ob der Vereinsvorsitzende unbedingt der Bürgermeister sein muss. "Ich war strikt gegen eine Satzungsänderung. Der erste Vorsitzende muss auch der erste Repräsentant der Gemeinde sein", erklärt Stähle.
Der derzeitige erste Adelberger Repräsentant, Wolf-Dieter Hermann, ist eigentlich noch bis Juni im Amt. Dennoch zieht er sich jetzt schon zurück. "Ich bin jetzt im Urlaub. Ich habe noch einige Dinge zu tun, aber ich werde keine Projekte mehr angehen", meint er mit Blick auf die Freilichtspiele. Grundsätzlich sei jeder ersetzbar. "Wir hatten eine geordnete Amtsführung im Verein. Es wäre durchaus möglich gewesen, dass jemand meinen Job übernommen hätte", sagt er.
Seine Nachfolgerin Carmen Marquardt, die Hermann bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag deutlich geschlagen hatte, reagierte geschockt auf die Nachricht über das Aus für die Freilichtspiele 2010. "Ich wusste von nichts. Der Verein hat noch nicht mit mir gesprochen", sagte sie. Auch dass Hermann in Urlaub sei, habe sie nur aus der Presse erfahren. "Ich habe das Gefühl, dass man mir das Leben in Adelberg schwer macht", meinte sie. Zur Zukunft der Freilichtspiele wollte sie sich nicht äußern, schließlich sei sie erst im Juni im Amt.
Auch Stähle bestätigt, dass es seitens des Vereins keinen Kontakt zur neuen Bürgermeisterin gab. Stähle: "Ich weiß nicht, ob sie das alles packt. Sie ist kein Mitglied bei uns, sie ist nicht kompetent. Wir stehen vor einem Scherbenhaufen."
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Autor: WOLFGANG KARCZEWSKI | 19.03.2010
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Zumindest in diesem Jahr bleiben die Ränge bei den Freilichtspielen im Kloster Adelberg leer. Der Kultur- und Kunstverein sagte die Veranstaltung am Mittwochabend ab. Foto: Archiv
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Kommentare (4)
Aus für Adelberger Klosterfestspiele
Dem Kommentar von Wolfgang Karczewski kann man nur zustimmen: Es zeugt von wenig Verantwortungsbewusstsein und eigentlich auch wenig Liebe zur Gemeinde, wenn einer demokratisch zustande gekommenen Wahlniederlage wegen Verantwortungsträger in dieser Form "den Bettel hinschmeißen", der Gemeinde schaden und für die neu gewählten Bürgermeisterin (- mit Absicht? -) den Einstieg in die Gemeindearbeit belasten. Im Nachhinein bestätigt dies die Wahlentscheidung der Mehrheit der Adelberger BürgerInnen, die bei der Wahl den jetzt (seelenruhig?) seien Resturlaub abfeiernden Noch-Bürgermeister Hermann abgewählt haben.Teletubies Adelberg
Na das ist doch mal ein Klasse Bericht.1. Klar Adelberger agieren immer aus der zweiten Reihe. Naja erste Reihe ist nicht möglich gewesen, da der Bürgermeister ja "NIE" vor Ort wahr. / Freue mich schon auf Gegendarstellung.
2. Wahlprogramm vom Waterloo Bürgermeister stand unter dem Motto " Kompetent und Fair" ; ja das ist doch der Knaller!!!!!!!!! Wie Kompetent und Fair , bekommt man ja jetzt mit
3. Danke Herr Stähle, man, mit jahrzehntelanger Erfahrung als Bürgermeister hat man natürlich das Recht jemanden auf Kompetenz zu überprüfen. Was ist eigentlich mit den Freilichtspielen?. Schade, mangels Kompetenz eingestellt, ha ha. Macht nichts. Muppets Show gab es schon lange nicht mehr.
4. Wer solche Beleidigungen von sich gibt erinnert mich an gewisse Leute.
5.Kennt einer von den Gescheiten Menschen das Bundesurlaubsgesetz. Das bedarf doch Klärung
Freilichtspiele Adelberg
Herr Bürgermeister Hermann,klar es ist verständlich dass Sie entäuscht sind aber ist es der richtige Weg diese Entäuschung zu Lasten der Freilichtspielbesucher auszudrücken?
Ich kenne nicht alle Zusammenhänge und bin auf das angeweisen was in der Zeitung steht. Aber es verwundert mich schon, dass sie noch 100 Tage "Resturlaub" haben und damit quasi sich jetzt schon von Ihren Aufgaben verabschieden. Jeder ´"normale" Angestellte ist verpflichtet seinen Jahresurlaub im entsprechenden Kalenderjahr abzubauen - und wer nicht angesteltl ist sonder wie sie gewählt sollte doch mindestens ebenso verwantwortungsvoll damit umgehen.
Wieterhin scheint es mir ein Fehler im System zu sein, wenn der 1. Vorsitzende des Kulturverein quasi per Satzung automatisch der Bürgermeister sein muss - wie können sie dann von diesem Amt zurücktreten?
Wie erkläre ich meinen Kindern dass die Vorstellungen nun ausfallen? Ist das der richtige Weg Demokratie an die nächste Generation weiterzugeben?