Ansturm der Hästräger
Rechberghausen. Narrenzünfte aus dem ganzen Land erwarten die Rechberghäuser Furchenrutscher zu ihrem Narrensprung am Sonntag. Rekordverdächtig ist die Anzahl von 85 Gruppen, die 2500 Teilnehmern aufbieten wollen.
Eines steht schon fest: Der 17. Narrensprung übertrifft den vorigen, obwohl die Furchenrutscher letztes Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum feierten. Jetzt haben sich 2500 Teilnehmer angesagt, 300 mehr als im Vorjahr. Präsident Rolf Lennartz sieht das als Erfolg der langjährigen Bemühungen. "Da tut sich viel mit Mundpropaganda. Wer bei uns war, sagt: Klasse." Die Furchenrutscher hatten auch schon 2500 Teilnehmer, aber mehr als 85 Gruppen vielleicht nur einmal - bei der Ausnahmeveranstaltung 2002, als Rechberghausen auch Gastgeber des Landesnarrentreffens war.
Jetzt kommen die Narrenzünfte wieder aus allen Teilen des Landes in den Schurwald: Vom Zabergäu und aus dem Schwarzwald, aus dem Schwäbischen Wald und der Schwäbischen Alb, aus Musberg die Siebenmühlental-Hexen, aus Stuttgart das Narra Gaudium. Die Schelklinger kommen mit 90 Narren, die Zunft aus St. Georgen reist mit 50 an, die Narro-Gruppe aus dem badischen Oberkirch mit über 60, und volle 100 Mann werden von der Plätzlerzunft aus Weingarten erwartet. Darauf sind die Gastgeber besonders stolz. Auch die heimische Fasnet ist stark vertreten, mit gleich sechs Gruppen aus Donzdorf, und deren vier aus Rechberghausen - außer den Furchenrutschern selbst.
Neuerungen gibt es auch. Der Umzug startet erstmals um 13.30 Uhr, eine halbe Stunde früher als sonst, damit die Gäste nach dem Umzug noch ein bisschen bleiben können, sagt Lennartz. Eine Besonderheit ist vorgegeben: Der Platz vor dem Rathaus ist bekanntlich eine Baustelle, deswegen steht der Narrenbaum diesmal hinter dem Rathaus, auf dem Tiefgaragendeck. Er wird kleiner ausfallen, wegen der Statik, hat aber "schon seine zehn, elf Meter", berichtet Lennartz. Die Furchenrutscher haben ihn am Samstag aus dem Wald geholt.
Mit derlei Improvisationen werden die Furchenrutscher spielend fertig. Nach dem Umzug spielt die Musik ganz im Rückraum des Rathauses, wo das Zelt, die Tiefgarage und der Schlosskeller mit sehr verschiedenem Ambiente zum Feiern einladen.
Die Umzugsstrecke beginnt am Ende der Ziegelstraße, führt durch das obere Tor, vorbei am Ochsen zum Rathaus und von dort weiter die Faurndauer Straße hinunter bis zum ehemaligen Zimmergeschäft Göser. Der Umzug löst sich in der Horben- und Gartenstraße auf. Drei Streckensprecher, darunter Präsident Lennartz selber, werden das Geschehen kommentieren, das mit viel Musik verbunden ist: Nicht weniger als 22 Musikkapellen werden aufmarschieren. Die große Unbekannte ist jetzt nur noch das Wetter. "Darauf kommt es schon an", weiß Lennartz. Wenn es mitspielt, sind tausende Zuschauer zu erwarten.
Dem großen Fasnetsumzug geht die Narrenmesse um 11 Uhr voraus.
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Autor: JÜRGEN SCHÄFER | 26.01.2012
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Mit Schall und Rauch: Am Sonntag lassen es die Narren in Rechberghausen wieder krachen. Foto: Archiv
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