Pünktlich zum Marquardtfest ein neues Kunstwerk

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Bereits zwei Werke des bekannten Künstlers Karl Ulrich Nuss – Sohn des in Göppingen geborenen Bildhauers Fritz Nuss – sind in der Plochinger Innenstadt zu sehen: Da ist zunächst auf dem Marktplatz der große Marktbrunnen von 1978. Auf der Brunnensäule thronen Fischmann und Fischfrau als Symbole für Neckar und Fils, die hier zusammenfließen.

Wenige Meter weiter vor der spätgotischen Ottilienkapelle befindet sich das von Nuss gestaltete Ottilienbrünnele, das mineralhaltiges Wasser spendet. Dargestellt ist die Heilige Ottilie, Namenspatronin der Kapelle, mit ihren Attributen. Nun ist ein weiteres Kunstwerk von Karl Ulrich Nuss dazugekommen: die lebensgroße Bronzefigur des Plochinger Ortsherren und Bischofs Marquardt von Randeck, der in der Stadtgeschichte im ausgehenden 14. Jahrhundert eine wichtige Rolle gespielt hat. Gespendet wurde die Figur von Dr. Philipp Bender, langjähriger Arzt in Plochingen und kunstinteressierter Plochinger Bürger. Das Motiv des mittelalterlichen Bischofs und Ortsherrn von Plochingen war ausdrücklicher Wunsch Benders, ebenso wie die Ausführung durch den renommierten Künstler, mit dem Bender auch eine Freundschaft verbindet. Der lebensgroße Bronzeguß ist dem Kunstfreund für seine Heimatstadt 35 000 Euro wert.

Dargestellt ist Marquardt von Randeck als Bischof mit Mitra, dem Symbol der Bischofswürde und Zeichen seiner kirchlichen Macht, und dem Schwert, das Zeichen seiner weltlichen Macht als Patriarch von Aquileia. In den Händen hält er eine Urkundenrolle, die in verschiedener Weise gedeutet werden kann. Es könnte eine Stiftungsurkunde sein, denn Marquardt hat – historisch belegt – eine Freskenbemalung für die Ottilienkapelle gestiftet. Sie könnte auch das berühmte Testament darstellen, das in Sekundärquellen auftaucht und aufgrund dessen Plochingen in den Besitz von Ländereien und Handelsrechte und damit zu Wohlstand gekommen sei.

Pünktlich zum großen „Plochinger Marquardtfest“, das vom Freitag, 7. Juli, bis zum Sonntag, 9. Juli, gefeiert wird, wurde die Marquardtfigur vor wenigen Tagen auf der Treppenanlage der Ottilienkapelle aufgestellt,

Dieser Aufstellungsort erschließt sich sowohl inhaltlich als auch formal: Inhaltlich ist die Ottilienkapelle der Ort, für den die belegte Freskenstiftung erfolgte. Der Blick der Figur richtet sich zur Burgstraße, die zur ehemaligen Burg der Ortsherren von Plochingen auf dem heutigen Burgplatz führt, denen das Testament vermacht worden sei. Formal nimmt die Figur die Formen der gotischen Spitzbogenfenster der Ottilienkapelle auf und fügt sich gut in die historische Umgebung der umliegenden Gebäude ein. Die Marquardtfigur verbindet dabei die beiden vorhandenen Werke von Karl Ulrich Nuss zu einem eindrucksvollen Dreierensemble. Für die Galerie der Stadt Plochingen ist dies Anlass, dem Künstler eine eigene Ausstellung zu widmen, die am 3. August eröffnet wird. Zu sehen sein werden Bronzeplastiken und Kleinplastiken der letzten Jahre. Im Rahmen der Vernissage wird dann auch die Marquardtfigur offiziell der Stadt übergeben.

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