Ausflugstipp: "Speer kaputt. Was nun?"

Wenn Frau Bentele das Unheil widerfährt, dass ihr Besenstil abbricht und sie keine Kehrwoche machen kann, geht sie in ein Geschäft und kauft einen neuen. Rulaman konnte das nicht. Wenn dem Steinzeitjäger der Speer kaputt ging, war Schmalhans Küchenmeister und es gab nur Salat. Kein Fleisch.

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    Die siebenjährige Charlotte ist bewaffnet wie in der Steinzeit Foto: 
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    Wie Speere entstehen, zeigt Paläotechniker Frieder Palmer. Foto: 
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Wenn Frau Bentele das Unheil widerfährt, dass ihr Besenstil abbricht und sie keine Kehrwoche machen kann, geht sie in ein Geschäft und kauft einen neuen. Rulaman konnte das nicht. Wenn dem Steinzeitjäger der Speer kaputt ging, war Schmalhans Küchenmeister und es gab nur Salat. Kein Fleisch. Denn Rulaman konnte nicht mehr jagen.

Im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren können sich Kinder in Rulaman hineinversetzen. Wie jagte der steinzeitliche Mensch? Was tat er, wenn sein Speer kaputt war? Im Museum lernen die Kinder, wie Rulaman seinen Speer fertigte, woher er die Rohstoffe bezog und welche handwerklichen Fähigkeiten er benötigte.

Schweißtreibender Spaß

Die zehnjährige Fabrizia aus Ulm sowie Manuel und Charlotte, beide sieben Jahre alt und aus Blaubeuren, sind von der Ausstellung begeistert. "Ich fand es besonders toll, selber eine Speerspitze zurechtfeilen zu können", sagte Fabrizia bei einer Führung. "Durch die Tafeln und Glasvitrinen an der Wand hat man einen Einblick in die Steinzeit bekommen."

Fabrizia ritzte Rinde von einem Baumstamm: "Das ist schon eine schweißtreibende Arbeit und wenn man bedenkt, dass die Steinzeitmenschen das jeden Tag taten, kommt einem das schier unmöglich vor."

Suche nach einem  geraden Baum 

Rulaman hatte rund 200 Arbeitsschritte zu leisten, bis er einen wurf- und kampfbereiten Speer hatte, erzählte Museumsdirektorin Stefanie Kölbl. Dementsprechend war es für ihn eine Katastrophe, wenn die Waffe kaputt ging. Kurios: Das Holz für den langen Griff war wertvoller als das Horn für die Spitze. Denn die Schwäbische Alb war damals eine sehr karge Gegend. Lange und gerade gewachsene Bäume waren selten.

Fabrizia gab sich beim Spitzen der Speerspitze besondere Mühe. Stefanie Kölbl lobte: "Saubere Arbeit. Sauber genug, dass wir dieses Exemplar von dir in der Vitrine ausstellen werden." Fabrizia wird davon Muskelkater bekommen.

Nicht nur die Speerherstellung ist Gegenstand der Blaubeurer Mitmach-Ausstellung. Kinder lernen auch die Technik des Jagens auf einem Parcours. Da müssen sie zum Beispiel eine Minute lang regungslos stehen, damit die Beute den Jäger nicht bemerkt. Pech, wenn die Kinder beim Würfeln auf diesen Punkt gelangten: "Du hast Hunger und dein Vorrat an Trockenfleisch ist ausgegangen. Gehe fünf Schritte zurück." Oder diesen: "Speer kaputt. Setze einmal aus." Fabrizia ist so sehr von den Steinzeitmenschen angetan, dass sie die vergilbte Rulaman-Ausgabe ihres Vaters lesen will. Sie möchte auf jeden Fall wieder ins Urgeschichtliche Museum. Und auch in die Höhlen auf der Schwäbischen Alb. Fabrizia ist nun Steinzeit-Fan.

Info Mehr zum Museum und zu den Mitmachaktionen ist im Internet unter www.urmu.de zu finden.

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