Zug erfasst zwei Fußgänger in Göppingen tödlich

Zwei junge Männer sind unter noch ungeklärten Umständen am Samstagabend in Göppingen von einem Regionalzug erfasst und getötet worden.

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  • Feuerwehrleute und Polizisten sichern am Samstag den Streckenabschnitt in Göppingen, auf dem ein Regionalexpress gegen 19 Uhr zwei Männer erfasste. Die beiden waren zu Fuß unterwegs gewesen. 1/2
    Feuerwehrleute und Polizisten sichern am Samstag den Streckenabschnitt in Göppingen, auf dem ein Regionalexpress gegen 19 Uhr zwei Männer erfasste. Die beiden waren zu Fuß unterwegs gewesen. Foto: 
  • Feuerwehrleute und Polizisten sichern am Samstag den Streckenabschnitt in Göppingen, auf dem ein Regionalexpress gegen 19 Uhr zwei Fußgänger erfasste und tötete. 2/2
    Feuerwehrleute und Polizisten sichern am Samstag den Streckenabschnitt in Göppingen, auf dem ein Regionalexpress gegen 19 Uhr zwei Fußgänger erfasste und tötete. Foto: 
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Das Polizeipräsidium in Ulm konnte am Sonntag weder sagen, ob es ein Unfall war, noch ob sich die beiden etwa 25 Jahre alten Fußgänger das Leben nahmen. „Wir können einen Suizid nicht ausschließen, aber auch nicht bestätigen“, sagte ein Sprecher auf Nachfrage. Er räumte aber ein, dass ein gemeinsamer Selbstmord „sehr selten“ vorkomme.

Nicht nur weshalb die beiden Männer ums Leben kamen, sondern auch, wer sie sind, lag am Sonntagabend noch im Dunkeln. „Wir haben eine Vermutung, um wen es sich handeln könnte, wissen aber nicht, ob sie zutrifft“, sagte der Polizeisprecher. An den Ermittlungen seien sowohl die Kriminalpolizei Göppingen als auch der örtliche Kriminaldauerdienst beteiligt. Die Untersuchungen von Fachleuten hatten am Sonntag auch noch nicht ergeben, ob die zwei Getöteten Alkohol im Blut hatten. Offen ist zudem, ob die beiden aus dem Kreis Göppingen stammten oder von auswärts kamen. 

Fest steht dagegen, dass ein Regionalexpress die Männer am Samstag gegen 19 Uhr in Göppingen erfasste und tötete. Der Zug, der von Ulm kam und auf dem Weg nach Stuttgart war, überrollte die beiden etwa auf der Höhe des Firmensitzes der Baufirma Leonhard Weiss. Die Polizei sperrte die Strecke nach eigenen Angaben bis etwa 21.20 Uhr.

Am Ort des Geschehens schirmt nur eine alte Absperrung und Gehölz das Gleisbett von einer Seite ab. Entschlossene Menschen oder Betrunkene vermag die etwa hüfthohe Barriere aus Betonpfeilern und Metallrohren wahrscheinlich nicht davon abhalten, auf die Gleise der Züge zu gelangen. Ein Metallschild mit der Aufschrift „Betreten des Gleisbereiches verboten!“ warnt an dem Geländer vor der Gefahr durch Züge. Anders sieht es auf der gegenüber liegenden Seite des Gleisbetts aus: Dort dient ein mannshoher Metallzaun als Absperrung.

Der Polizei zufolge gibt es in Göppingen keine Zeugen des Geschehens. Dies dürfte mit ein Grund dafür sein, weshalb die Beamten bis Sonntagabend nur wenig Licht in den doppelten Todesfall gebracht hatten. „Die Ermittlungen sind schwierig“, sagte ein Sprecher.

Die Fahrgäste in dem Regionalexpress von Ulm nach Stuttgart hörten am Samstag allerdings eine andere Erklärung für die Unterbrechung der Fahrt. Das Zugpersonal begründete nach Angaben eines Fahrgastes den Stopp über Lautsprecher zunächst mit einem Selbstmord. Von dieser Durchsage berichtete ein Nutzer des sozialen Netzwerks Facebook auf der Seite des lokalen Fernsehsenders Filstalwelle. Doch einen Suizid der zwei Fußgänger wollten Sprecher der Polizei am Sonntag nicht bestätigen. Einer der Beamten deutete vorsichtig an, dass die beiden Männer „eher nicht absichtlich“ auf den Gleisen ums Leben kamen.
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