Auspuff manipuliert: Polizei schnappt Tuner

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Bei 28 Tempo-Kontrollen mit mobilen Messgeräten im vergangenen Jahr zählte die Polizei 3785 Verstöße gegen das Tempolimit, außerdem zog sie 20 Fahrzeuge wegen illegaler Umbauten aus dem Verkehr. Nun, mit Frühlingsbeginn, verstärkt die Polizei wieder die Kontrollen. Ein 24-Jähriger hat das bereits zu spüren bekommen.  Foto: 

Die Tage werden wieder länger, die Sonne gewinnt an Kraft, der Frühling pocht an die Tür. Damit erwacht auch die Geislinger Raser- und Tuningszene aus ihrem Winterschlaf. Was wiederum Polizei und Ordnungsamt auf den Plan ruft, beide gehen seit einem Jahr mit Kontrollen gezielt gegen die Auswüchse der Szene vor, die da heißen: Krach machen und durch die Stadt heizen, was das Zeug hält.

Da überrascht es kaum, dass Polizeichef Jens Rügner bereits den ersten Vollzug meldete. Am Montag hatte eine Streife gegen 16.30 Uhr in der Grube-Karl-Straße einen 24-Jährigen zur Kontrolle gebeten. Dessen Fahrzeug, ein Mercedes, war den Beamten wegen des röhrenden Sounds aufgefallen, der jedem Rennwagen zur Ehre gereicht hätte. Allerdings war die Ursache dafür höchst illegal: Bei der Kontrolle bestätigte sich der Verdacht, dass der Endschalldämpfer manipuliert war, das heißt aufgeflext, entleert und wieder zugeschweißt. Ohne Dämmung bleibt nur Schall – und der ist „richtig laut“, wie Rügner betont, „vergleichbar mit dem Lärm bei einem Formel-1-Rennen direkt an der Rennstrecke“. Zudem habe diese Bastelei nichts mit richtigem Tuning zu tun, dafür gebe es zugelassene Nachrüstsätze, bei denen die Lärmwerte im gesetzlichen zugelassenen Rahmen liegen. „Die sind aber teuer. Manche meinen dann, dass sie sich das Geld sparen können.“

So ganz nebenbei erlischt bei illegalen Umbauten die Betriebserlaubnis – was im Falle des Mercedes auch für die Reifen galt: „Die waren für das Fahrzeug nicht zugelassen, sprich: zu breit und zu hoch“, berichtet Rügner: „Wer solche Veränderungen an seinem Wagen vornimmt, gefährdet die Verkehrssicherheit.“

Der 24-Jährige darf sich nun auf 135 Euro Geldbuße und einen Punkt in Flensburg einstellen. Übrigens nicht nur er: „Der Fahrer war nicht der Fahrzeughalter. Der muss nun binnen zwei Wochen die Umbauten beseitigen und das Auto von einem Sachverständigen abnehmen lassen.“

Dass eine Überwachung der Raser- und Tuning-Szene in Geislingen nottut, beweisen laut Rügner die Zahlen aus dem Vorjahr: Bei insgesamt 28 mobilen Tempo-Kontrollen gab es 3785 zum Teil deutliche Verstöße gegen die Höchstgeschwindigkeit. Außerdem zog die Polizei 20 Fahrzeuge wegen illegaler Umbauten aus dem Verkehr, davon waren bei 16 die Auspuffanlagen manipuliert. Der Rest der Verstöße bezog sich auf Fahrwerk, Stoßdämpfer, Achsen und Bereifung.

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