Pflegeoase mit Ausstrahlung

Eislingen.  Die Pflegeoase im Altenzentrum St. Elisabeth in Eislingen ist jetzt offiziell eröffnet. Mit der neuen Betreuungsform für schwerst Demenzkranke ist die Eislinger Einrichtung Vorreiter im süddeutschen Raum.

Das Eislinger Altenzentrum St. Elisabeth beschreitet mit der Pflegeoase einen neuen Weg in puncto Betreuung und Pflege schwerst Demenzkranker. Sechs Bewohner sind in die Pflegeoase eingezogen, sie werden den ganzen Tag von einer Pflegerin betreut und versorgt. Das Besondere an diesem Konzept ist, dass die alten, hoch dementen Bewohner unter ständiger Betreuung sind und ihren individuellen Anforderungen angepasst versorgt werden können. Auch die Ausgestaltung des Raumes ist besonders. Sternenhimmel zaubern Lichteffekte an die Decke, alles ist wohnlich eingerichtet und mit bunten Details freundlich gestaltet, große Fensterfronten sorgen für viel Helligkeit. "75 Prozent unserer Bewohner leiden an Demenz", erklärte Geschäftsführer Alexander Schöck bei der Eröffnung. Fakt ist, dass die dementen Bewohner, die nicht mehr mobil sind und selten noch kommunizieren können, den größten Teil des Tages alleine in ihren Zimmern verbringen. "Mit der Pflegeoase starten wir ein wissenschaftlich begleitetes Modellprojekt", erklärt Schöck. Beispiele für solche Versorgungsformen gibt es schon im Ausland und in Niedersachsen.

Überprüft und bewertet wird das Eislinger Projekt vom Demenz-Support Stuttgart. "Wir führen Interviews mit dem Pflegepersonal und Angehörigen", erklärte Christine Kuhn vom Demenz-Support, außerdem werden die Bewohner beobachtet und mit einer Vergleichsgruppe, die in herkömmlichen Zimmern untergebracht ist, verglichen. "Eineinhalb Jahre läuft die wissenschaftliche Begleitung, das Projekt ist auf fünf Jahre ausgelegt", erklärte Schöck.

"Die Pflegeoase ist ein mutiger Beitrag zum menschenwürdigen Leben", sagte Staatssekretär Dr. Dietrich Birk. Es gelte Erfahrungen mit dieser besonderen Pflegeform zu sammeln. "Eine besondere Herausforderung für das Pflegepersonal", meinte Birk, aber auch die Chance, sich veränderten Anforderungen in der Pflege zu stellen und künftig auch weitere Standorte für Pflegeoasen zu schaffen. "Das Altenzentrum hat einen langen Atem bewiesen", bestätigte der Erste Beigeordnete der Stadt, Herbert Fitterling. Viel Überzeugungsarbeit musste geleistet werden, bis das Modellprojekt Pflegeoase in trockenen Tüchern war, nicht zuletzt wegen den Vorgaben des Gesetzgebers, die eine Heimunterbringung nur in Ein- oder Zweibettzimmern zulassen. Eislingen sei als sozialer Standort gut aufgestellt. "Mit der Pflegeoase wurde jetzt ein Leuchtturmprojekt umgesetzt", betonte Fitterling. Die neue Betreuungsform sei für das Altenzentrum nicht nur eine sinnvolle Spektrumsergänzung und qualitative Erweiterung, sondern auch ein wichtiger Standortfaktor. "Ein Signal für hohe Kompetenz und kontinuierliche Weiterentwicklung", sagte Fitterling. Geborgenheit soll die Pflegeoase den Bewohnern, es werden ausschließlich Patienten aufgenommen, die vorher schon im Pflegeheim gewohnt haben, bieten, aber auch Stimulation durch Licht, Klänge und Düfte. "Ein sinnvoller Wechsel zwischen Reizen und Ruhephasen", erklärte Kuhn.


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