Musikerinitiative zeigt, was sie kann
Geislingen. Rundum herrscht Zufriedenheit: Das Benefizwochenende der Geislinger Musikerinitiative (MieV) hat dem Verein Geld, dem Publikum gute Unterhaltung und den Künstlern ein dankbares Publikum beschert.
Die MieV-Macher um Ralf Benz sind mit ihrem Benefizwochenende mehr als zufrieden. Für sie begann schon der Freitag mit dem Konzert der "Autos" und der anschließenden Party mit DJ SNatli recht gut. Benz spricht von knapp 100 Gästen an diesem ersten Abend.
Die erfolgreiche Kabarettistin und Autorin Martina Brandl stand am nächsten Abend auf dem Programm. Brandl bekannte sich zu ihrer Heimatstadt Geislingen auf die ihr typische Weise. "Geislingen ist schön" - Pause - "eine wunderschöne Stadt zum Altwerden!" Es waren solche unerwarteten Wendungen und häufig das Ungesagte, was die rund 70 Gäste zum Lachen reizte. Begleitet am Keyboard von ihrem Mann Martin Rosengarten, nimmt Brandl musikalisch und theatralisch die Servicewüste in ihrer langjährigen Wahlheimat Berlin ins Visier und lobt das Entgegenkommen in Geislinger Läden.
Frivol, häufig im Gossenjargon, hangelt sich die in ein extravagantes rotes Oberteil gekleidete Künstlerin von "Germanys next Dog Model" über die erfolgreichen blonden Luder mit "ekligen IQ-Miniresten" bis zu Popmusik-Texten, die direkt aus dem Leben gegriffen sind. Sie flirtet mit den Gästen, reagiert professionell auf deren Einwürfe und sichert sich immer wieder Lacher, indem sie ihre Sätze unterbricht und den vielsagenden Rest der Fantasie des Hörers überlässt.
Nach einer Stunde verabschieden sich Brandl und Rosengarten vom Publikum. Ihr Auftritt war kürzer als vorgesehen, weil sich Moderator und Mitunterhalter Eia Binder kurzfristig hatte krank melden müssen.
Im Anschluss kamen die MoMus zum Zuge - im Gegensatz zu Brandl völlig unbekannt in der lokalen Szene. Gerade darin zeigt sich die Stärke der Musikerinitiative (MieV): Sie bieten sowohl bekannten als auch unbekannten Künstlern eine Plattform. Und wie mit den MoMus sind immer wieder überraschende Highlights dabei.
Die "Montagsmusiker", die mit fünf Männern und einer Frau auftraten, treffen sich immer am Wochenanfang im Eislinger Marstall, um zu musizieren - einfach aus Spaß an der Freude. Eben diese verbreiteten die MoMus erfolgreich am späteren Samstagabend. Sie nahmen sich selbst nicht allzu ernst, fingen ein Lied auch mal ein zweites Mal an, wenn es nicht auf Anhieb gelang und beeindruckten mit musikalischer Vielfalt zwischen Country, Folk und Popmusik.
Waren die Sechs anfangs noch hochkonzentriert bei der Sache, so entspannten sie sich schnell, beendeten ein Lied auch mal a-cappella und bewegten sich mit sichtlicher Begeisterung zur Musik auf ihren Barhockern. Stürmischer Beifall der Gäste belohnte den erfolgreichen Einsatz der Eislinger in der Fünftälerstadt.
Mit Hot Dogs oder Kuchen für den Magen, mit unterschiedlichster Musik für die Ohren und mit Unterhaltung für Auge und Herz sprach der Benefiz-Sonntag alle Sinne der Gäste an. Er begann mit einem Hotdog-Frühstück, zu dem das Posaunenquartett der Geislinger Musikschule Jazz, Rock und Pop spielte. Danach begeisterte die Gerstetter Band "vier" ihre Zuhörer. Die drei Musiker steckten mit ihrem Spaß am Musikmachen und der tollen Liedauswahl das Publikum mit guter Laune an. Viel Beifall erhielten die relativ unbekannten Überraschungsgäste für ihr originelles "Experimental", nämlich Michael Jacksons "Billy Jean" in fast nicht wiederzuerkennendem rockigen Format.
Unter der zu dieser Zeit nicht allzu großen Besucherschar befanden sich komplette Familien, die die ungezwungene Atmosphäre in der Seemühle genossen. Während die Eltern den Rhythmus auf den Barstühlen mitschnippten, taten sich die jungen Gäste an den restlichen Hotdogs gütlich.
Zum Ende des tollen Gigs der "vier" strömten plötzlich ganze Scharen in die Seemühle: die "Rat Pacs" der Hip-Hop-Gruppe Gonzales kamen mit zahlreichen Angehörigen im Gefolge. Verkleidet als Feen beziehungsweise als Gummibär sprachen die kleinen Tänzer Augen und Herz der Anwesenden an. Sie bezauberten mit ihrem Ausschnitt aus dem von Irina Mehlmann einstudierten Musical "Zwölf Zaubersteine für die kleine Fee" und dem Lied "Wenn man einen Freund hat".
Fest in Kinderhand blieb die Seemühle auch nach diesem Kurzauftritt: Ein Malwettbewerb lockte die kleinen Gäste auf die Bühne, im Anschluss durften die Kids einen Kinderfilm anschauen.
Die Coffee-Time versüßten die Saxofonisten Christoph Straub und Michael Bernath mit zeitgemäßen Interpretationen von Musik aus vergangenen Jahrzehnten. Mehrstimmigen Gesang und Soli mit Klavierbegleitung präsentierte hinterher die Gruppe "O-Ton", bevor ein Musikfilm Zeit zum Durchatmen schenkte. Als Höhepunkt des Sonntags präsentierten "Olimpia and the Diners" ihr neues Live-Programm.
Kaffee, Kuchen, Hotdogs - alles sei gut gelaufen, berichtet Benz. Und auch die "Spendengitarre", die das Wochenende über als "Sparschwein" fungierte, hatte sich gefüllt. Der komplette Erlös kommt der Arbeit der MieV zugute.
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Autor: CLAUDIA BURST | 09.02.2010
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Kommentare (1)
Musikerinitiative
Schön, daß die Musikerinitiative Musikern einen Auftrittsort gibt. Live ist eben doch was anderes als Konserve.Wir, die MoMus, möchten uns auf diesem Wege nochmals dafür bedanken, daß Ihr uns auf Eure Bühne gelassen habt.
Gebt bitte Musikern auch weiterhin die Möglichkeit zu zeigen was sie können.
It`s only Rock`n`Roll - but we like it
MoMu Gerhard