Zeit für andere Menschen
Eislingen. Der Diakonie- und Krankenpflegeverein der Eislinger Christuskirchengemeinde hat vor rund acht Monaten einen Begleitdienst für Ältere ins Leben gerufen.
Älteren Bürgern Hilfe anbieten, sie unterstützen beim Einkauf oder Arztbesuch, sie zu diesen Terminen im Eislinger Stadtgebiet fahren, das steht hinter dem Begleitdienst der Eislinger Christuskirchengemeinde. Mit dem Stichwort "gelebte Diakonie" beschreibt Diakon Tino Hilsenbeck den Dienst. Die diakonischen Dienste der ev. Kirchengemeinde sind nicht auf Gemeindemitglieder oder zahlende Mitglieder des Diakonie- und Krankenpflegevereins beschränkt, sondern können von jedem Eislinger Bürger in Anspruch genommen werden. Dies ist Hans Saile ganz wichtig. Er koordiniert die Einsätze der Ehrenamtlichen. "Wir haben das Projekt im vergangenen September ins Leben gerufen", erzählt Saile, der nicht nur bei der Christuskirche engagiert ist, sondern als Stadtseniorenrat auch verschiedene Aktionen im Eislinger Altenzentrum St. Elisabeth anbietet.
Mit elf Helfern wurde begonnen, übrig sind dezeit noch acht Personen. Aber diejenigen, die noch dabei sind, sind immer zur Stelle, wenn ein älterer Mensch ihre Dienste braucht.
32 Fahrten wurden bis Dezember gemacht. Ende April waren die Ehrenamtlichen schon 54 Mal im Einsatz. "Etwa drei Tage vor dem Einsatz des Begleitdienstes sollten sich die Bürger melden", erklärt Saile. Pünktlich zur vereinbarten Uhrzeit kommt ein Mitarbeiter des Begleitdienstes dann vorbei und holt den Gast ab.
und haben keine Verwandten", weiß Saile Das Hauptaugenmerk liegt auf begleiten und betreuen und ist überkonfessionell angelegt. Erst jüngst wurde das Projekt bei der Eislinger Kolpingfamilie vorgestellt, Mitarbeit wurde schon signalisiert. "Ziel ist ein Netzwerk für die gesamte Stadt zu knüpfen", erklärt der 73-Jährige. Finanziert wird das Ganze durch Spendengelder, sollten diese nicht ausreichen, greift man auf die Mitgliedsbeiträge des Diakonie- und Krankenpflegevereins zurück. "Manchmal bekommen wir Geldspenden, oft aber nur ein Dankeschön", sagt Hans Saile.
Genau dieses Dankeschön reicht Christa Steiner schon aus, wenn sie ihre Gäste begleitet. "Ich merke, wie gut es den alten Menschen tut, wenn sie nicht allein gelassen, sondern unterstützt werden", erklärt Christa Steiner. Sie bemerkt die Freude, spürt, dass sie eine enorme psychische Stütze sein kann, bei den Arztbesuchen oder den Einkäufen und Erledigungen. Sie ist derzeit in manchen Wochen zwei Mal unterwegs, manchmal mehrere Stunden. "Das stört mich gar nicht, wenn ich gebraucht werde, nehme ich mir Zeit, ohne Blick auf die Uhr", erklärt sie.
Christa Steiner ist gleich zum Projektstart mit eingestiegen, hat die Information im vergangenen Jahr im Gemeindebrief gelesen und den Kontakt gesucht. "Es ist mir ein Bedürfnis mich sozial zu engagieren", erklärt sie ihren Beweggrund. Die Dankbarkeit, die zurückkommt, sei Lohn genug. Was sie enttäuscht ist, dass sich in einer Stadt mit 20 000 Einwohnern nur acht Ehrenamtliche finden, die bereit sind etwas von ihrer Zeit für Andere zu opfern. "Jeder, der möchte und etwas Zeit übrig hat, kann mitmachen", erklärt Hans Saile. "Hilfe zu leisten macht dankbar und zufrieden", sagt Saile.
Auch Christa Steiner erntet persönliche Wertschätzung. "Es ist schön, wenn ich das Vertrauen unserer Gästen gewinnen kann", betont die 66-Jährige. Sie hat das Gefühl, dass sie die alten Menschen stärken und ihnen Sicherheit geben kann, und dass sie Ansprechpartner ist.
Das Projekt wurde von der Realität eingeholt, es gibt mehr Hilfesuchende als Helfer und deshalb sucht der Begleitdienst dringend Mitstreiter. Ansprechpartner sind Tino Hilsenbeck, Telefon: (07161) 986889 und Hans Saile, Telefon: (07165) 1076.
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Autor: IRIS RUOSS | 20.05.2010
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Christa Steiner und Hans Saile kümmern sich um Ältere. Foto: Ruoss
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