Wasserball nur mit Badehose

Eislingen.  Die Kunst im Hallenbad, die gestoppte Öffnung nach außen und das Verbot von Bermuda-Shorts sorgten in den vergangenen Monaten für Diskussionsstoff in Eislingen. Jetzt wurden die Themen erneut beraten.

Das Kunstwerk Twist bleibt über dem Schwimmerbecken des Eislinger Hallenbades hängen. In diesem Bereich darf dann weiterhin nicht Wasserball gespielt werden. Mehr Freizügigkeit wird aber künftig im Nicht-Schwimmerbecken eingeräumt. Weil die Vertreter der Stadt erwarten, dass von dort aus das filigrane Kunstwerk nicht gefährdet wird, darf dort mit Bällen gespielt werden.

Zu dieser Entscheidung, die nun einige Zeit lang erprobt werden soll, kam der Eislinger Gemeinderatsausschuss für Kultur, Sport und Soziales (KSSA) nach einer Besichtigung des Bades. Andere Ideen, wie die Kunstwerke höher zu hängen oder sie umzuhängen, werden vorerst nicht weiter verfolgt. Man müsse auch einmal nachprüfen, ob Wasserball überhaupt das große Thema sei, äußerte Peter Ritz (SPD) Zweifel an der Beeinträchtigung durch das Kunstwerk.

Nachdem im Sommer der Berliner Künstler Gustav Reinhardt die Rauminstallation "Twist" aufgehängt hatte, wurde schnell deutlich, dass deswegen Sport und Spaß im Schwimmbecken aufs Schwimmen, Planschen und Springen reduziert würden. Das Ballspielen im Wasser hätte zu einer Gefahr für die sechs filigranen Schwebefiguren werden können und wurde deshalb verboten. Dagegen wurde dann Protest laut, vor allem aus dem Bereich des Schulsports.

Während nun das Ballspielverbot teilweise gelockert wird, bleibt es in Eislingen beim Verbot von Bermuda-Shorts im Bad. Auch dagegen hatte sich Protest geregt, als nach den vorigen Sommerferien verstärkt auf ordentliche Badehosen bei männlichen Gästen geachtet wurde. Mit hygienischen Problemen und hohem Wasserverbrauch begründen die Eislinger das Verbot solcher Hosen, wie sie von vielen Jugendlichen und Männern gerne getragen werden. Inzwischen werde das Shortsverbot akzeptiert, erklärte die Verwaltung im KSSA.

Weiterhin ist die Verwaltung aber aufgefordert, nach Möglichkeiten zu suchen, die Attraktivität des Hallenbades zu steigern. Gerd Fischer (FWV) forderte eine grundsätzliche Bestandsaufnahme, wohin es gehen könnte. Dazu gehöre auch eine Analyse der Nutzergruppen. Wobei auch überprüft werden müsse, wie sich die Attraktivität ohne große Investitionen steigern lasse.

Erst im Februar hatte der Gemeinderat den Anbau eines inneren Liege- und Ruhebereichs gestoppt, um Kosten zu sparen. Außerdem sollte im Freien eine Sonnenterrasse angelegt werden, die allerdings meist im Schatten gelegen wäre. Diese Umbauten hätten neue Besucher ins Bad locken sollen. So sollten vor allem die älteren Besucher vom inneren Liegebereich profitieren, erinnerte der Technische Beigeordnete Thomas Schuster das Gremium.


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Autor: DANIEL GRUPP | 11.03.2010

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