Wähler bilden sich ihre eigene Meinung

Eislingen.  Eislingen hat einen neuen Bürgermeister. Nach dem ersten Wahlgang haben Stadträte öffentlich ihren Favoriten genannt - was prompt für Kritik sorgte. Ließen sich die Wähler davon beeinflussen?

"Mich hat diese Diskussion überhaupt nicht beeinflusst," sagt Thomas Eder. "Ich hatte von Anfang an einen Favoriten." Zwischen Bernd Rößner und Klaus Heininger zu entscheiden, sei relativ schwierig gewesen, meinte der 41-Jährige, der im "Wasenhof" seine Stimme abgab. "Beide haben Erfahrung als Bürgermeister, und von beiden war in ihren Gemeinden nichts Negatives zu hören. Letztlich waren wohl die Sympathie und der erste Eindruck entscheidend."

"Ich habe mir meine eigene Meinung gebildet und mich informiert", sagt auch Petra Heller (47). "Und man spricht ja auch mit anderen Leuten darüber, was sie so denken." Die Kandidaten seien auch sehr präsent gewesen in der Stadt.

Marinko Gospic (40), der in der Ziegelbachstraße wählen ging, findet es "ganz normal", dass es vor einer solchen Entscheidung Wahlempfehlungen und Leserbriefe gibt: "Jeder kann sagen, wen er favorisiert, mich hat das überhaupt nicht beeindruckt."

Heinz Scholl sieht das Thema "Wahlbeeinflussung" ganz anders: "Das hat einen als Wähler doch eher verärgert und könnte auch ins Gegenteil umschlagen." Er glaubt, dass Lokalpolitiker mit ihren Aussagen zugunsten von Bernd Rößner diesem nichts Gutes getan hätten. "Wir bilden uns unsere eigene Meinung", meint der 74-Jährige.

"Ich bin unabhängig von den Wahlempfehlungen anderer", sagt der 35-jährige Marco Adam. Für ihn war viel entscheidender: "Ich stamme aus Birenbach und kenne Herrn Heininger. Das hat für mich den Ausschlag gegeben. Andere dürfen gern ihre Meinung sagen, aber das beeinflusst mich nicht."

Für Stefanie Heidmann war ausschlaggebend, dass sich die Kandidaten präsent gezeigt hatten, und sie sich auf diese Weise ein Bild von ihnen machen konnte.


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Autor: INGRID ZEEB | 15.03.2010

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