Schulen brauchen neue Klassenräume Schwierige Standortsuche am Gymnasium
Eislingen. Weil das Land den Klassenteiler senkt, reicht im Eislinger Gymnasium und in der Realschule der Platz nicht mehr. Die Stadt möchte Pavillons anmieten.
Ein Mietcontainer mit einem Klassenzimmer soll nach den Sommerferien zwei Jahre lang gegen die Raumnot an der Dr.-Engel-Realschule Abhilfe schaffen. Für das Erich-Kästner-Gymnasium ist für zunächst ein Jahr ein Container mit zwei Klassenzimmern vorgesehen. Entgegen dem Landestrend bleibe die Zahl der Schüler in Eislingen weiterhin auf hohem Niveau, erläutert die Stadtverwaltung den Bedarf. Zudem wirkt sich der zum neuen Schuljahr von 32 auf 31 sinkende Klassenteiler aus. Dies führt an der Realschule zunächst zu zwei zusätzlichen Klassen, am Gymnasium sogar zu fünf weiteren Klassen. Da nach den Plänen der Landesregierung der Teiler in Jahresschritten auf bis zu 28 sinken wird, bleibt in Eislingen trotz allmählich zurückgehender Schülerzahlen die Anzahl der Klassen hoch.
Während der Pavillon für die Realschule, der Kosten von 17 000 Euro verursachen wird, im Gemeinderat keine Diskussion auslöste, fiel fürs Gymnasium noch keine Entscheidung. Denn der geplante Standort des Containers an der nord-östlichen Ecke des Schulgebäudes in Richtung Talstraße ist auf Kritik gestoßen. So sprach Schulleiter Michael von Hagen von einem "Provisorium für die nächsten vier bis sechs Jahre", das abseits vom eigentlichen Schulgebäude liege. Eine Lösung für diesen langen Zeitraum hält er für "sehr bedenklich".
Den langen Zeitraum nannte von Hagen, weil die Schule bis zum Schuljahr 2015/16 mit 31 und mehr Klassen kalkuliert, obgleich wegen des achtjährigen Gymnasiums im Sommer 2012 zwei Jahrgänge gleichzeitig ausscheiden. Wegen der hohen Klassenzahl hat die Stadt eine Aufstockung des westlichen Gebäudeteils der Schule kalkuliert. Dort könnten für 520 000 Euro vier Klassenzimmer und ein Gruppenraum entstehen. Jedoch erscheint fraglich, ob das Land den Schulbau fördert, denn dann müsste das Gymnasium durchgängig vierzügig bleiben. Zudem dürften am Schulstandort "Ösch" keine weiteren Räume frei werden. Dies dürfte allerdings an der benachbarten Schillerschule der Fall sein. Bis zum 1. Oktober soll nun geprüft werden, ob ein Förderantrag sinnvoll ist.
Anstelle des vorgeschlagenen Pavillon-Standorts schlägt Schulleiter von Hagen vor, den Container auf den westlichen Gebäudeteil zu stellen. Dies hält das Baudezernat für technisch möglich. Für die Aufsetzlösung wäre ein Mauerdurchbruch als Zugang erforderlich. Der Technische Beigeordnete Thomas Schuster warnt aber davor. Denn dazu müsste man laut Schuster die Wärmedämmung des Flachdachs zerstören und eine aufwendige Öffnung herstellen.
Während sich Erich Schwendemann (CDU) für die Dachlösung stark machte, hat Eckehard Wöller (FWV) zur erneuten Standortsuche aufgerufen. Zudem müsse versucht werden, einen erfolgreichen Förderantrag beim Regierungspräsidium zu stellen. Hartmut Komm (SPD) erinnerte hingegen an den Provisoriumcharakter der Container. Daure es länger als zwei Jahre, müsse man reagieren. Willy Hörmann (FWV) sprach von einer Interimslösung, "da muss man gewisse Abstriche in Kauf nehmen und auf die Kosten achten". Als Manfred Strohm (CDU) einen Standort, zu dem man nicht ums gesamte Gebäude laufen müsste, in die Diskussion einbrachte, machte Bürgermeister Klaus Heininger erfolgreich den Vorschlag, die Entscheidung nicht übers Knie zu brechen und die Standorte erneut zu prüfen.
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Autor: DANIEL GRUPP | 30.07.2010
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