Schlacht der kreativen Dichter

Geislingen.  Zum 13. Mal gabs in der Geislinger Seemühle Poetry Slam. Eine reine Männersache diesmal. Es ging um Vatergefühle, den Winter und - natürlich - um Liebe.

Sieben Männer waren bei der 13. Geislinger Poetry Slam in der Seemühle am Start: von weit her angereiste, gelassen vortragende, coole, nervöse, ein Debütant. . . die Zettel mit ihren Texten als einziges Requisit, stiegen sie nacheinander auf die Bühne. Ziel: das Geislinger Publikum für sich zu gewinnen. Denn das Publikum ist Jury bei diesem Dichterwettstreit, es entscheidet über die Qualität von Text, Vortrag, über Charme, Charisma, beurteilt, ob und wie gut es sich unterhalten fühlt.

Nervös sind sie alle ein bisschen. Thomas aus Schwabach beginnt, routiniert, mit einem ausgefeilten Text über die Nöte eines Vaters bei den ersten Dates seiner zehnjährigen Tochter Rosa: prickelnd wie Ahoi-Brause im Kaffee und "brutal gefühlvoll". Durchdacht und mit schön verzierten Details, legt sein Vortrag die Messlatte gleich zu Anfang ziemlich hoch. Aber Holger aus Ravensburg hält mit seinem Text "Winterzeit" problemlos mit, spielt mit seinen Sätzen, mit Worten, Gedanken und kann auch ein bisschen poetisch sein. Ja, genau: Wo ist eigentlich das Nordlicht, wenn man es mal braucht?

Tom aus Göppingen macht, wie er dem Publikum anvertraut, "normalerweise schlechten Hip-Hop", schlägt sich mit einem tiefsinnigen Text über Individualität, Mainstream und Gott durchaus wacker auf der Seemühlenbühne. Benny aus Stuttgart nimmt sich des Bachelors und Dschungelcamps an, mixt viel Comedy in seinen Beitrag. Klaus dagegen nimmt jedes Klischee mit, das es über Niederländer gibt, vor allem die ums Campen und ums Fahrverhalten auf der Autobahn.

Heiko, der auch durchs Programm führt, erzählt davon, wie er nach einem Slam eine Frau verführt - mit überraschendem Ausgang.

Und der 18-jährige Dominik feiert in der Seemühle seinen 200. Slam-Auftritt. Originell, sprachlich ausgefeilt, ein bisschen Dada - macht sein Text am Ende den ersten Platz.

Zweiter Gewinner wird Wolfgang, der letzte Slammer des Abends mit einem spaßigen Auftritt als lebendes Radio. Dritter wird Thomas, der liebende Vater von Rosa.

Info Nächster Poetry Slam in der Seemühle am 27. April.


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Autor: EVA BECK | 09.02.2012

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