Salach sucht Entlastung

Salach.  Eine Umgehungsstraße im Nordwesten soll Salach vom Verkehr entlasten. Im Gemeinderat wurden drei Varianten für die Strecke vorgestellt. Die längste bekam dann im Gremium den Vorzug.

Man würde zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, fasste Wolfgang Arnold (CDU) das Ergebnis der Trassenfindung für die von Salach geplante Teilumgehung zusammen. Geschlossen zeigten sich die Gemeinderäte davon überzeugt, dass eine neue Umfahrungsstrecke im Nordwesten der Gemeinde eine Entlastung des Ortsinnern vom Verkehr mit sich brächte und wie Arnold sich ausdrückte "Außenstrecken abgebremst würden".

Die neue Trasse wird die Eislinger Straße mit der Hohenstaufenstraße verbinden. Dazu hat das Ulmer Büro Modus Consult drei verschiedene Varianten ausgearbeitet, nördlich oder südlich des Talhofes verlaufend und in unterschiedlichen langen Radien auf einen neuen Kreisel an der Ottenbacher Straße einschenkend.

Die längste Variante hatte das Ulmer Verkehrsplanungsbüro als die geeignetste vorgeschlagen und die Baukosten auf eine Höhe von 2,6 Millionen Euro beziffert. Dabei handelt es sich um Mindestkosten, denn darin enthalten sind weder Grunderwerbskosten noch Baunebenkosten oder Gutachten, die erstellt werden müssen. Ein Handicap stellt eine parallel zur geplanten Streckenführung in Richtung Norden verlaufende Leitung der Landeswasserversorgung dar. Ebenso die Tatsache, dass jede der drei Varianten die Gemarkung der Nachbargemeinde Eislingen tangiert.

Man stehe noch ganz am Anfang der Überlegungen, meinte Bürgermeister Bernd Lutz. Zunächst ginge es nur darum sich für eine Trassenführung zu entscheiden. Auf Anregungen und Einwendungen, die Karl Blessing (SBL) eingebracht hatte, wie etwa Schulkinder und Radfahrer die neue Straße auf Höhe der Zeppelinstraße queren könnten, wollte Lutz zum jetzigen Zeitpunkt nicht eingehen.

So ganz nachvollziehbar, warum ausgerechnet die längst und somit auch teuerste Variante die beste sein solle, war die Sache für Harry Dobeschinsky (SPD) wiederum nicht. Modus Consult begründete dies unter anderem mit einer besseren "Knotenpunkts-Geometrie" und einer Streckencharakteristik, die letztlich zu einer günstigeren "Restflächenverfügbarkeit" führe.

Der Rat entschied sich einstimmig für die Variante nördlich vom Talhof und beauftragte die Verwaltung schnellstmöglich mit der Stadt Eislingen Gespräche zu führen sowie eine Förderfähigkeit mit dem Regierungspräsidium abzuklären. In jedem Fall, so rechnete Harry Dobeschinsky vor, werde die Gemeinde zwischen 40 und 20 Prozent der Baukosten selber tragen müssen.


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Autor: HANS STEINHERR | 30.07.2010

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