Rampe für Behinderte fehlt
Kuchen. Die Sanierung der Bahnhöfe im Filstal scheint in Gang zu kommen. In Kuchen soll es im Juli losgehen. Dem Gemeinderat gefallen die Pläne aber nicht. Die Bahn soll sie verbessern, fordern die Bürgervertreter.
Ein Vertreter der "DB Station & Service AG" hat dem Kuchener Gemeinderat jetzt die aktuelle Planung der Sanierung der Bahnsteige samt Zugang auf dem Kuchener Bahnhof vorgestellt. Der Referent war aber nicht nur wegen der Pläne zur Sitzung gekommen, sondern wollte vom Gremium auch gleich eine Unterschrift für den Bau- und Finanzierungsvertrag. Gemeinderat und Bürgermeister Bernd Rößner nahmen den Wunsch zwar zur Kenntnis, schickten den Mann dann aber ohne gezeichnetes Vertragswerk, dafür mit einigen Hausaufgaben nach Hause. So soll in die Pläne vor allem eine behindertengerechte Rampe zum Bahngleis nach Ulm aufgenommen werden. Außerdem will der Gemeinderat Planung samt Kostenschätzung für einen Aufzug, den Rainer Kruschina (SPD) angeregt hatte.
Zuvor hagelte heftige Kritik auf die Bahn nieder: Seit rund zehn Jahren werde am Bahnhofsanierungsprogramm im Filstal herumgeplant. Wenn nach zahlreichen Verzögerungen nun im Juli 2012 begonnen werde, müsse die Gemeinde eine Preissteigerung von 42 Prozent verkraften, hieß es. Lag Kuchens Kostenanteil einst bei 84 000 Euro, sind es heute 119 400 Euro.
Mit Ausnahme des Bahnsteigs nach Stuttgart, hat sich die Planung Richtung Ulm mehrfach geändert. Hier wollte der Gemeinderat von Anfang an einen behindertengerechten Zugang, der wegen des steilen Geländes allerdings nur schwer zu realisieren ist. Die letzten Pläne sahen einen sehr langen barrierefreien Zugangsweg vor. Dieser allerdings ist nach neuesten Erkenntnissen nicht umsetzbar. Die Bahn kam daher auf die ursprüngliche Planung mit Weg, Treppen und Rampen zurück. Diese Lösung will der Gemeinderat aber nicht.
Der DB-Vertreter gab zu bedenken, dass von der Entscheidung des Kuchener Gemeinderates auch die Sanierung von zwei weiteren Standorten im Filstal abhängt, weil die Sanierungsmaßnahmen als ein Gesamtpaket ausgeschrieben wurden. Wenn in Kuchen nicht bis Juli mit dem Bau begonnen werden könne, sei der Zug für die Gemeinde erstmal abgefahren, warnte er. In diesem Fall könne frühestens 2014 und dann auch zu weitaus höheren Kosten saniert werden.
Der Gemeinderat sprach sich schließlich dafür aus, die Planung nochmals nach Alternativen prüfen zu lassen und dazu einen Vor-Ort-Termin zu vereinbaren. Der Bahnvertreter gab der Gemeinde dafür maximal vier Wochen, sonst könne im Juli nicht mit der Sanierung begonnen werden. Ansonsten sei er offen für alle Lösungen - solange sie kostenneutral sind. Bürgermeister Bernd Rößner appellierte an den Gemeinderat, auch Kompromisse einzugehen: "Auch mit einer möglichst behindertengerechten Lösung sind wir einen guten Schritt weiter."
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Autor: GÜNTER HOFER | 09.02.2012
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Knackpunkt bei der Sanierung des Kuchener Bahnhofs bildet der steile Aufgang zum Gleis Richtung Ulm: Der Gemeinderat besteht auf einer behindertengerechten Lösung, der Bahn ist das aber zu teuer. Foto: Schwabenpress
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