Plastik, Druck, Landschaften
Geislingen. Sechs Ausstellungen zeigt der Kunst- und Geschichtsverein in den nächsten Monaten in der Galerie im Alten Bau in Geislingen. Darunter Installation, Holzdrucke, Landschaftsmalerei, Textilarbeiten und Druckgrafik.
Den Auftakt der Schauen in der Städtischen Galerie im Alten Bau macht die Doppelausstellung von Heidemarie Ziebandt und Martina Staudenmayer "Ansichtssachen - Objekt, Installation, Plastik", die am morgigen Sonntag beginnt. Mit einfachen Dingen umzugehen, ihr Potenzial zu entdecken, es hin und her zu bewegen und sich selbst bewegen zu lassen, das sind die übereinstimmenden Grundinteressen der beiden Künstlerinnen. Die daraus entstehenden Arbeiten sind allerdings völlig unterschiedlich. Während bei Martina Staudenmayer inhaltliche Fragen über die Entwicklung der Arbeiten und ihre Ausgestaltung entscheiden, sind es bei Heidemarie Ziebandt die konkreten Aspekte des Nichtgegenständlichen, die in meist serieller Vorgehensweise ausgelotet werden.
Eine weitere Doppelausstellung ist vom 25. März bis 22. April zu sehen. Nikolaus Cinetto wird Holzdrucke, Thomas Schuster Gipsplastiken zeigen. Der 1967 in Ulm geborene Nikolaus Cinetto studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Zwischen 1993 und 2009 wurde er für sein grafisch angelegtes Werk mit zahlreichen Preisen und Stipendien bedacht. Seine oft monumentalen Holzdrucke nehmen in stilisierter Form Bezug auf Vegetabiles. Durch ihren Schwarz-Weiß-Charakter und ihre Nähe zum scheinbar gegenständlich Pflanzlichen erinnern sie an Bekanntes. Das hat mit der Art der Darstellung zu tun, bei der man sich auch an Schwarz-Weiß-Fotografien von Pflanzen längst vergangener Tage erinnert fühlt, die mit einem fast schon vergessenen Medium festhalten wollen, was der Vergänglichkeit ausgesetzt ist.
Anders, eher in Weiß, eher im Raum als in der Fläche, dabei nicht minder reduziert präsentieren sich die Arbeiten des Stuttgarter Bildhauers Thomas Schuster. Thomas Schuster wurde 1964 in Schongau geboren und besuchte von 1985 - 1988 die Berufsfachschule für Holzbildhauerei in Oberammergau. Nachdem er zwei Jahre freischaffend tätig war, studierte er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart Bildhauerei.Klare, scheinbar einfach anmutende Körper und Körperkonstellationen zeigen sich im plastischen Werk von Thomas Schuster.
Mit Harry Meyer, diesem renommierten Maler aus der Umgebung von Augsburg, möchten der Kunst- und Geschichtsverein vom 13. Mai bis 10. Juni den Auftakt zu einer neuen Reihe starten, die sich in regelmäßigen Abständen mit der Darstellung von "Landschaft, Landschaftsräumen" beschäftigt.
Damit soll einerseits das aufgegriffen werden, was durch die ehemaligen Ausstellungsleiter Albert Kley und Heinz Reißing er- und geschaffen und durch ihr Werk vorbereitet und angelegt wurde, andererseits wird man dem gerecht, was ein Spezifikum unserer Stadt ist, nämlich der Nähe zur Natur und einer sehr prägnanten Landschaft. Mit dieser Reihe soll die Auseinandersetzung mit einem Genre und Thema fest aufgenommen und integriert werden.
Harry Meyer wurde 1960 in Neumarkt geboren. Von 1992 bis 2005 wurde er für sein Werk mit zahlreichen Preisen und Stipendien bedacht. Durch sein viel beachtetes Werk, seine intensive und überregionale Ausstellungstätigkeit und die zahlreichen Preise und Stipendien ist er eine der bekannten und prägenden Künstlerpersönlichkeiten in Deutschland. Sein Werk ist geprägt von der malerischen Auseinandersetzung mit seiner Umgebung, oft mit dem Schwerpunkt auf Landschaft.
"Textilarbeiten" ist die Ausstellung von Anna Maria Gawronski überschrieben, die der Kunst- und Geschichtsverein in Verbindung mit der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein, Halle, vom 9. September bis zum 7. Oktober präsentiert.1982 wurde Anna Maria Gawronski in Juliusburg (Radziejów), einer Kleinstadt Polens, geboren. Noch vor dem Mauerfall immigrierte sie mit ihrer Familie nach Westdeutschland. 2010 schloss die Künstlerin ihr Diplom im Fachbereich der Textilen Künste an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle mit Auszeichnung ab. Nach ihrem Abschluss beteiligte sich Anna Maria Gawronski an zahlreichen Ausstellungen in Museen und Galerien sowie zwei Biennalen in Italien und Polen. Die Webereien lehnen durch Motivwahl, Ästhetik und Farbwahl an asiatische Webkunst an. Die bis jetzt umfangreichste Arbeit Anna Maria Gawronskis ist eine Reihe von sieben großen Jacquardwebereien, welche realitätsnah den Ausschnitt eines Waldrandes darstellen, besetzt mit den Betrachter musternden Fuchsgestalten. Parallel dazu entstanden auch Malereien ähnlichen Inhalts. Für ihr derzeitiges Projekt begibt sich die Künstlerin wieder in ihr favorisiertes Umfeld der belebten Natur. Diese neue Arbeit, welche aus einer Jacquardweberei und einer Videosequenz bestehen wird, soll das erste Mal auf der Ausstellung in der Städtischen Galerie Geislingen präsentiert werden.
Als Ergebnis einer Zusammenarbeit mit Professor Volker Lehnert von der Kunst-Akademie Stuttgart kommt vom 21. Oktober bis zum 18. November eine Gruppenausstellung mit Studenten der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart in die Galerie. Im Rahmen einer Kooperation mit der Hochschule für Gestaltung Burg Giebichenstein/Halle haben im Alten Bau bereits viele junge Kunsthochschulabsolventen, teils zum ersten Male, ihre Arbeiten einer breiteren Öffentlichkeit gezeigt. So konnte man in Geislingen immer wieder die Kraft junger frischer Kunst spüren und wahrnehmen.
Professor Volker Lehnert erklärte sich dazu bereit, dies als Ausstellungsprojekt für ausgewählte Studenten an der Akademie anzubieten, an dessen Ende vermutlich ein Katalog, in jedem Falle aber eine Ausstellung oder gar eine Wanderausstellung an verschiedenen anderen Orten stehen wird. So können junge Künstler wichtige Erfahrungen machen, die später vermutlich ihr ganzes Leben und Schaffen mitbestimmen und -prägen werden. Von der Qualität und Vitalität der Arbeiten ehemaliger Studenten, aktueller junger Kunst und vom Wesen der Künstler aus Stuttgart konnten man sich in Geislingen in den vergangenen Jahren ein eindrucksvolles Bild machen. Im Blickpunkt dieser Ausstellung wird die Druckgrafik in all ihren Facetten stehen.
Vom 7. Dezember bis zum 13. Januar wird die 28. Weihnachtsausstellung zu sehen sein. Es wird wieder eine Kooperation mit der WMF geben, das Thema: "Alles rund ums Kochen".
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Autor: HARTMUT GRUBER STEFAN RENNER | 04.02.2012
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