Neue Wege beim Turnier

Eislingen.  Bei der jüngsten Sitzung der Kommunalen Kriminalprävention (KKP) Eislingen kündigte die Vorsitzende Andrea Pursley ihren Rücktritt zum Ende des Jahres an. Die Gründe seien beruflicher und privater Natur.

Andrea Pursley hat im Juli 2005 den Vorsitz der Eislinger Kriminalprävention von Petra Wissinger übernommen. Zum Jahresende möchte sie nun aus beruflichen und privaten Gründen ausscheiden. Zu dem Termin wird auch Christel Stolz ihr Amt als Schriftführerin niederlegen. Damit steht die KKP mit der Neubesetzung der Ämter vor einer weiteren Herausforderung. Denn auch die laufenden Projekte und vor allem die Öffentlichkeitsarbeit bedürfen einer Neuausrichtung.

So befindet man sich mit dem KKP-Klassiker "Mitternachtsturnier" derzeit in einer Umorientierungsphase. Die Überlegungen gehen dahin, von einem reinen Fußballturnier wegzukommen und ein Sportturnier auf die Beine zu stellen. Vor allem die drei Eislinger Fußballvereine würden gern vom reinen Fußballturnier abrücken. Die Vereine sind Kooperationspartner der KKP und bilden eine wichtige Säule dieser Veranstaltung. Bei den Jugendlichen jedoch war der erste Versuch mit einer Mischung aus Fußball-, Volleyball- und Geschicklichkeitsparcours nicht auf die erhoffte Gegenliebe gestoßen. Vor allem die älteren Jahrgänge zeigten sich enttäuscht von der Abkehr vom reinen Fußballturnier, bei dem zuletzt jedoch ganze Vereinsmannschaften unter anderem Namen aufgetreten waren.

Die Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit, die schon seit längerem zum Ziel der von Ehrenamtlichen getragenen KKP gehört, soll durch eine Aufteilung in Werbung und Berichterstattung erzielt werden. Das Amt der Pressereferentin wurde in dieser Woche nach längerer Vakanz mit Tanja Hoffmann vom Kreisjugendamt besetzt.

Der Leiter des Eislinger Polizeireviers, Klaus Stipp, erläuterte in der gut besuchten Sitzung der KKP die Kriminalstatistik 2009 für den Bereich des Eislinger Reviers. Dabei vermeldete er die Fortsetzug eines erfreulichen Trends. Seit 2005 gehen die Straftaten hier kontinuierlich zurück. Inzwischen ist mit 994 Straftaten sogar der dreistellige Bereich erreicht. Auch die Aufklärungsquote sei mit 66 Prozent besser als im Landesdurchschnitt. Stipp gab aber zu bedenken, dass man dabei zum Teil von der Art der Straftaten abhängig sei. Während man bei Ladendiebstählen den Täter gleich mitgemeldet bekäme, seien die Täter etwa bei Auto-Aufbrüchen weitaus schwieriger zu ermitteln.

Nach oben zeigt die Kurve allerdings auch im Eislinger Bereich bei den Betrugsdelikten; hier spielt das Internet eine große Rolle. Bei den Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz zeigten sich Peter Maurer und Stipp von der Eislinger Polizei erfreut darüber, dass es "keine offene Szene" in Eislingen gebe. Bei den ermittelten 578 Tatverdächtigen wird ein im Vergleich zur Gesamtbevölkerung überdurchschnittlicher Anteil an Ausländern deutlich, obwohl Bürger mit doppelter Staatsbürgerschaft bereits als Deutsche in die Statistik einfließen würden, so der Revierleiter weiter. Eklatant ist das Mißverhältnis beim Vergleich der Geschlechter. Hier ist das männliche Geschlecht bei den Tatverdächtigen weit überproportional vertreten. Eine besonders hohe Jugendkriminalität kann in Eislingen allerdings nicht verzeichnet werden. Jedoch spielt ein anderer Faktor bei Gewaltdelikten oftmals eine Rolle: der Alkohol.


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Autor: AXEL RAISCH | 29.07.2010

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