Mittagessen in der Wurzelhöhle

Geislingen.  Auf Deutsch und Türkisch erlebten 50 Besucher, wie die kleine Hexe im Theaterstück "Hexenwinter" Schnee zaubert und die Tiere trotzdem Futter finden.

Deutsch-Türkisches Kindertheater hat in der Rätsche im Geislinger Schlachthof Tradition. Was einmal ihm Rahmen des Programms "Sag mal was" der Landesstiftung begann, ist inzwischen zu einer festen Kooperation zwischen dem Verein Rätschenmühle und der Kindergartenverwaltung geworden. "Heute Vormittag waren wir bereits total ausverkauft", erzählt Brigitte Aurbach vom Kulturverein.

Waren bei der Aufführung der Puppenspielerin Marianne Schoppan bereits vormittags rund 100 Kinder der Geislinger Kindergärten zu Gast, kamen nachmittags Eltern und Großeltern mit ihren Kindern und Enkelkindern. Gut 50 kleine und große Zuschauer konnte Marianne Schoppan auf Türkisch begrüßen. "Wer versteht mich denn", wollte sie wissen und tatsächlich streckte gut die Hälfte der Kinder. "Ich reise schon viele Jahre durch Deutschland und überall wo ich hinkomme, sprechen die Kinder ganz verschiedene Sprachen", erklärte Marianne Schoppan. Deshalb unterhalten sich auch die kleine Hexe Betula, die Hasenkinder Anja und Ali und das Eichhörnchen Irina mal auf Deutsch und mal auf Türkisch.

Auf einer liebevoll dekorierten Winterkulisse spielte Schoppan mit ihren Puppen die Geschichte der kleinen Hexe, die im Frühling den Winter wieder herbeizaubert, um noch einen Schneemann zu bauen. Für die Waldtiere bedeutet der Schnee aber, dass sie kein Futter mehr finden. Nachdem der Schnee erst einmal da ist, weiß die kleine Hexe nicht, wie sie ihn wieder weghexen soll. "Ich bin nämlich erst in der ersten Klasse", erklärt die Hexe den Kindern. Eifrig rufen die kleinen Zuschauer der Hexe Vorschläge zu, wie sie den Schnee wieder los wird. Am Ende ist zwar der Schnee nicht weg, aber die Hexe lädt die Tiere jeden Tag in ihre Wurzelhöhle zum Mittagessen ein, bis der Schnee geschmolzen ist.

Auch wenn manches Kind sich fragte "und was ist mit dem Frühstück?", wurde das gute Ende des kurzweiligen Theaterstücks von den Zuschauern mit viel Applaus belohnt.


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Autor: BIRGIT REXER | 20.03.2010

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